Manipulieren

Kennen Sie die Mechanismen der Fremdsteuerung?

Führungsseminar Kommunikation
Forum: Manipulation

Vorwort

Seit ich vor etwa 25 Jahren dieses Seminar für Führungskräfte das erste Mal gehalten habe, hat sich einiges verändert.
Es ist unzweifelhaft, dass Menschen wahrscheinlich schon seit es die Menscheheit gibt, immer bewusst wahrscheinlich überwiegend unbewusst manipuliert haben.
Was in den letzten 15 Jahren dazu gekommen ist, sind die sozialen Medien, das Internet und eine Veränderung der Regeln im Umgang miteinander. Damit hat die Umsetzungsgeschwindigkeit einer Manipulation sich vervielfacht, weil aber auch manche Regeln und viele Instititutionen nicht mehr als Korrektiv wirken. Fast in Echt-Zeit wirken gesendete Botschaften, die Menschen zu etwas bewegen wollen: bewusst oder unbewusst.
Ebenso schnell wird wieder vergessen: Wissen Sie drei Jahre nach dem Anschlag in Paris noch, wie der Ausruf bei Charly Hebdo geheissen hat?
"Wirsindmehr", rufen viele Menschen heute und ich frage mich: mehr als was? Doch ich will für mich wissen: mehr an was? Bei Charly Hebdo`s Aufschrei artikulierte man noch "Je suis!". Der Mensch als Individuuum bezog Stellung.

Ist dieses Verstecken in der Menge des Wir, ebenfalls eine gesteuerte Menge?

Das seien wenige Gedanken der Einleitung, weshalb ich überzeugt bin, dass sich gerade heute Menschen wieder vermehrt mit dem Thema Manipulation beschäftigen sollten, um bei sich selbst zu bemerken, wenn Menschen versuchen, Menschen fremd zu steuern. Die Methoden der Manipulation haben sich nicht geändert. was sich neu entwickelt hat, sind die technischen Medien, die mit den alten Mechanismen spielen und so eine höhere Flächendeckung und Rafinesse der Umsetzung erreichen können.

Menschen können nicht nicht manipulieren!

Moral

Manipulieren gilt als moralisch verwerflich. Alle wissen das. Und alle Menschen machen es dennoch. Manipulation ist für die meisten Menschen ein negativ besetztes Wort. Sie fühlen sich gegen ihren Willen zu Verhaltensweisen oder Meinungen gedrängt, die sie nicht als selbst initiiert ansehen. Und dennoch richten sich die meisten Menschen danach, was ihnen zum Beispiel Werbung, Zeitungen, Naturwissenschaft und Fernsehen als real vorgeben oder was im Beruf oder Privatleben von ihnen gefordert wird.

Sinn der Gedanken zur Manipulation ist nicht, das Thema moralisch zu diskutieren oder Sie zu ermutigen noch wirkungsvoller andere Menschen zu manipulieren.
Wolfgang Schneider zeigt Ihnen einige Funktionen und Voraussetzungen der Manipulation auf, um Ihnen bewusst zu machen, wie Menschen alltäglich bewusst und vor allem auch unbewusst manipulieren und widermanipuliert werden.

Ob Manipulation verwerflich ist oder auch nicht, ist nicht die Frage, denn Menschen können scheinbar nicht nicht manipulieren, sobald sie in Kontakt zueinander treten. In manchen Bereichen gefällt es Menschen, sich manipulieren zu lassen. Sei es beim schmackhaften Essen, schönen Dingen oder beim Sex.

Drei Varianten der Manipulation sind denkbar:

1. Manipulation, die eigenen Nutzen sucht, aber den anderen nicht zu kurz kommen lässt.
2. Manipulation, die nur eigenen Nutzen sucht, gleichgültig, ob der andere geschädigt wird.
3. Manipulation, die ausschließlich eigenen Nutzen sucht und bewusst bereit ist, den anderen zu schädigen.

Moralisch verwerflich scheinen uns sicher oftmals Punkt 2 und 3.

Sehen Sie genau hin, ob Sie Manipulation gleich verteufeln. Alle Menschen beeinflussen andere Menschen zum eigenen Nutzen oder versuchen es zumindest.

Wie ist das bei Ihnen heute gewesen, wenn Sie den Tag einemal revue passieren lassen?

Selbstentwirklichung

Vieles im Leben lässt grundsätzlich zwei Einstellungen zu:

1. Entweder man beherrscht sie oder
2. man wird von ihnen beherrscht.

Ist der Mensch ausgeliefert oder lässt er es zu, kann das dazu führen, dass er sein Selbst verliert. Man ist dann zwar ein soziales Wesen, aber kein individuelles mehr: "Mia san mia" ("Wir sind wir").
In den Seminaren wie integratives Selbstmanagement, Wie man sich Feinde schafft oder Mut lernen die Teilnehmer mit Abgrenzungen umzugehen, sich auch dagegen zu stellen und nicht alles mit sich geschehen zu lassen. Charakter ist (k)ein Handicap. Zahlreiche Methoden helfen , sich über die "feindliche Übernahme" zu emanzipieren und gegeignete Startegien zu entwickeln. Erkennen Sie das manipulative Spiel, sind Sie auf dem Weg der Selbstverwirklichung. Sie sind ein Mensch, der sich emanzipiert und auf sein So-Sein hin reflektiert.

Manipulation

Manipulation meint Verhaltensbeeinflussung zu fremden Nutzen.
Eng verwoben ist mit Manipulation die Motivation oder wie WS sie nennt: Die Mutivation. Denn Mut ist notwendig, sich dagegen zu entscheiden und gegen Fremdeinwirkung zu stellen, gerade, wenn diese scheinbar durch Gruppenregeln gedckt scheint.

Nach dem Züricher Modell von Bischof, machen wir grundsätzlich drei Felder aus, die Menschen antreiben:

1. Sicherheit
2. Dominanz
3. Abenteuer.

Werden die Bereiche bei einem Menschen erkannt und angesprochen, ist solch ein Mensch bereit zuzuhören, dem Gesagten etwa auch zu folgen und sogar in eine Handlung umzusetzen.

Auf die neurobiologischen Antriebsreize, gehe ich in einem anderen Block-Artikel ein.

Ich treffe viele Fürungskräfte, die versuchen auf auf dieser Klaviatur zu spielen und ebendiese verkennen oft, dass sie eher als Sklaven ihrer eigenen Bestrebungen wie Karriere oder materielle Reize sind.

Träger der Manipulation

A) Formale Träger manipulatorischer Eingriffe gehen über die gleichen Kanäle wie Informationen in der Sprache (Kraft verbaler Macht):

Das sind:

- gesprochenes und geschriebenes Wort
- Ausdrucksverhalten (Sprache und Körper)
- Signale
- Appelle

Praktische Beispiele:

Bewusster Fehler des Senders und bewusste Übermittlungsfehler
Unwahre Information
Unvollständige Information
Überinformation
Ungenaue Information
"Über-die Köpfe-Hinwegreden" (Fremdwörter, primitive Sprache, Sprache die Stress erzeugt (Näheres hierzu in den Seminaren zur Macht der Sprache der BS Akademie))
Ausnutzen von Interferenzen
Logik
Sprachspiele
Emotionale Ansprache von Erwartungen

B) Materiale Träger manipulatorischer Techniken sind die Menschen selbst. Der Mensch verkümmert geistig und sozial, wenn er keine Kommunikation eingehen kann. Deshalb ist der Mensch auch ständig gefährdet. Er ist auf Zuwendung hin ausgelegt. Und damit ist er offen für verwerfliche Motivation und Manipulation, so man die Begriffe synonym verwendet.

Praktische Beispiele für Menschen, die leicht zu manipulieren sind:

1. desorientierte (ichschwache) Persönlichkeiten
2. die nicht-zentrierte Persönlichkeit
3. die nicht-integrierte Persönlichkeit.

Alle Störungstypen begegnen uns in unterschiedlicher Ausprägung beim "normalen" Menschen im Alltag.

Techniken der Beeinflussung

1. Die Manipulation soll einem Bedürfnis entsprechen
2. Die Manipulation soll eine mehrdeutige Situation klären
3. Die Manipulation soll allen bestehenden Einstellungen entgegen kommen
4. Die Manipulation betont die positiven Seiten der angebotenen Inhalte
5. Die Manipulation zielt auf eine attraktive Sache, die minder attraktive Sachen billgend in Kauf nehmen lässt.
6. Die Manipulation spricht das "Wir-Gefühl" an
7. Die Manipulation geschieht durch Interpretation von Fakten

Beachten Sie die Regeln der Macht der Sprache. Manche Regeln muten trivial und einfach an, sie sind es aber keineswegs. Manipulation entfremdet Menschen. Deshalb ist es Voraussetzung, dass Sie merken, wo, wann und wie Sie manipuliert werden. So Sie das erkennen, können Sie gegensteuern.

Die Regeln funktionieren, weil Kommunikationstechniken funktionieren. Ob Sie das wollen oder nicht, ist nicht die richtige Frage. Es ist, wie es ist. Es passiert einfach.
Menschen sprechen und treten ins außen und versuchen in diesem Interagieren mit anderen Menschen bewusst oder unbewusst zu beeinflussen. Immer ist der Mensch an eine Persönlichkeit gebunden, der wir Integrität oder nicht zuschreiben. Der Mensch ist Sozialwesen und er Mensch ist zugleich auch Individualwesen. Werden diese Bereiche verdängt oder nur ausschnittweise angesprochen, verliert der Mensch seine natürliche Autorität, seine Verbundenheit zu sich und der Umwelt. Er wirkt nicht mehr souverän und ist damit leichtes Opfer für Manipulationen.

Der Preis

Der Preis des Manipulierens ist Fremdsteuerung. Menschen nutzen das aus. Und der Preis der Fremdbestimmtheit ist hoch. Viele Menschen merken es erst, wenn sich die Signale auch körperlich manifestieren und bis zu einem Zusammenbruch oder personaler Entfremdung führen. Viele Menschen sind davon heute betroffen: Wir umschreiben es mit Burn-Out, Stress, Druck, verteufeln die Firma, Institutionen und Menschen. Über F itnesszentren in Form von der Kartharrsis oder Flucht in Krankheitstage und Urlaub versuchen viele Menschen wieder aufzutanken.

Besonders in Berufssparten, die allzu erfolgs-, leistungs- und zielorientiert sind, unterliegen Menschen einer der Gefahr, sich zu verlieren und körperlich dem Druck zu erliegen. Doch immer verkennen die betrofffenen Menschen, dass Sie es selbst sind. Sie folgen bereitwillig den "Manipulationen", die Unternehmungen, Institutionen, Menschen, Medien oder Gesellschaft vermeintlich vorschreiben. Die Gegenwehr, ist aber allzuoft kein mutiges Entgegentreten, sondern diese Menschen verstecken sich wieder hinter irgendwelchen Instituitionen und Personen, die sie vorschieben, anstatt eigenverantwortlich zu agieren.

Neuromagie

"Die Welt am Sonntag" gab einen kleinen Einblick in das Forschungsfeld der Neuromagie. nachdem die FBI-Agenten versuchten Lügner zu enttarnen, scheint dieses Forchsungsfeld nun in den Fokus zu gelangen.
So neu ist das nicht. WS hat auf die Magie eines Zauberers schon Anfang 2000 in Präsentationsseminaren für Führungskräfte auf einen großen Zauberer hingewiesen: Heinz von Foerster. Zwei Dinge braucht ein Zauberer: Präsenz als Sprecher und die Fähigkeit zur Transformation des Publikums, damit die Menschen das Spiel des Zauberers mitspielen.

Die Idee des Zauberns ist, dass man imstande ist, einen Kontext zu erzeugen; eine Welt, in der die Zuschauer mitspielen, diese Welt zu erzeugen. Man baut dem Betrachter eine Welt auf, in der erstaunliche Dinge passieren, die er miterlebt. Was Heinz von Foerster aus seiner konstruktivistischen Sicht erfindet, begründet die Neurologie über die Wahrnehmungsfähigkeit oder Wahrnehmungsunfähigkeit des Menschen. Es gibt klare Wahrenehmungsgrenzen für den Menschen. Gleich welcher Meinung man folgt, die Modelle zeigen, dass der Mensch fehlbar scheint. Diese Fehlbarkeit führt zur Manipulierbarkeit.

Der Meister der Magie beherrscht drei Techniken: Er kann irreführen, erkann eine Illusion erzeugen und er nutzt das Forcing. Er verengt die Wahrnehmung: tatsächlich oder raffinierter, indem er den Fokus psychologisch einengt. Man sieht das Licht am Ende des Tunnels, anstatt den Lichtschalter im Dunkeln jetzt zu suchen und anzuknippsen.


Gerne führt WS den Dialog zu diesem Thema mit Ihnen persönlich weiter: Kontakt.
Rufen Sie an: 0049 (0)175 5679685 oder mailen Sie: schneider@bs-akademie.de