Sinnvoll miteinander umgehen

Menschen verhalten sich oftmals eher so, dass eine Beziehung eher auseinander geht, als eine aktive Interaktion aufzubauen.

Führen und Autorität Seminar
Abgründe

Metalog

Die Gedanken zu dem kleinen Blog enstanden aus Beobachtungen anläßlich eines Seminar auf einem Weinschloß im Bordeauxgebiet mit dem Titel: Stil, Kultur, sinnvolle Interaktion.
Bei einer Einladung durch den Schlosseigentümer, dachte ich an Prinz Asfa-Wossen Asserate und sein Buch "Manieren" als sich die Horde auf die Köstlichkeiten vor der Begrüßung stürzte.
Über Geschmack kann man bekanntlich streiten, über gute Manieren nicht. Die Bandbreite für Benimm und Etikette ist groß. Sie reicht von gespreizten Regeln bei Hofeund auf politischer Bühne, die einen Zeremonienmeister bedingen, bis zum plump-freundlichen Umgehen am anderen Ende.

Etwas Neues liegt in der Luft

Es gibt Firmen und Menschen, die eine neue Richtung üben. Hinter dieser Ausrichtung verbirgt sich ein wertschätzender, respektvoller und sinnvoller Umgang miteinander.
Der individuelle Mensch sieht sich auch in der sozialen Umgebung und toleriert diese Mitmenschen in ihrer anderen Wesenheit. Diese Menschen erkennen, dass kein Mensch objektiv wissen kann, sondern nur subjektiv meint. Sokrates sollgesagt haben, dass Menschen, die objektiv zu wissen glauben, dumm seien, da sie auch nur subjektiv meinen.

Die alte Welt

Viele Empfehlungen zum Umgang miteinander, sind oft nur Ausdrucksweisen abgrundtiefer Menschenverachtung, die nur darauf bedacht zu sein scheinen, Abstand zu wahren. Sie unterstellen, dass Menschlichkeit durch alleinige eine Regelbefolgung möglich ist. Dazu gehören auch Menschen, die fundamentale Verhaltensweisen zeigen, die das Anderssein des anderen Menschen ausblenden, andere verurteilen, Dogmen verkünden und Menschen etikettieren, sich über diese erheben oder eigenes Versagen verleugnen. Gemeinhin bezeichnet man diese Menschen als arrogant, heuchlerisch oder egoistisch.

Sollten Sie bei sich solche Tendenzen feststellen, sollten Sie die Differenz zwischen Selbst-Bild und Ich-Ideal überdenken. Die Auseinandersetzung mit Fremd- und Eigenbild ist notwendig, um einen Menschen zu befähigen, in konkreten sozialen Gebilden zu leben und aktiv zu interagieren. Eine gelingende Sozialisation ist Basis menschlichen Miteinander-Umgehens. Sie ist die Basis für verantwortliches Handeln im Leben und im Speziellen im Führungsalltag.

Reflexionsmöglichkeit:

- Was ist ihre Moral: Gebote, Verbote, Belohnung und Strafe, Prinzipien, Haltungen, das wir gemeinhin als Gewissen bezeichnen?
- Wie steht es um ihre Autonomie und Fremdsteuerung?
- Verhalten Sie sich sozialverträglich?
- Haben Sie das Gefühl, sich aufzulösen?

Sinn

Sinn rückt in die Nähe von Wert. Sinn und Wert begreifen etwas Wünschenswertes. In unserem Zusammenhang geht es um miteinander sinnvoll umgehen. Sinnvoll kann also ein Verhalten nur sein, das fremdes und eigenes Leben eher mehrt, statt es zu mindern (Biophiles Postulat, Erich Fromm). Was das konkret bedeutet, bestimmen die jeweilige menschliche Moral und die Ethik als alles umfassender Rahmen (6.421).

Sinn zeigt sich nur im Tun. Sinn kann nur erfasst werden, indem Sie aktiv leben. Heinz von Foerster meint, über Sinn könne man nicht sprechen. Sinn muss außerhalb dieser Welt liegen (6.41), hat dies Wirgenstein formuliert.

Ich verfolge diesen philosophischen Gedanken hier nicht weiter.

Kommunikation und Interaktion

Kommunikation als eine Verhaltenseinheit wird im wechseitseitigen Ablauf als Interaktion bezeichnet. Das Material der Kommunikation sind nicht nur Worte, sondern alle paralinguistischen Phänomene, Körperhaltung und Körpersprache in einem bestimmten Kontext. Da es um ein miteinander kommunizieren geht, kann dieses auch nur sinnvoll in der Gruppe erfahren und geübt werden.

Hilfreich ist die Beschreibung durch das Modell von Schulz von Thun, um die Aspekte Beziehung, Selbst, Appell und Inhalt bewusst zu mache. Menschen vermögen so klarer zu sehen, wie sie miteinander sprechen bzw. umgehen. Dabei betont von Thun, dass es sinnvoll scheint, die Beziehung - anders als Watzlawick- zu differenzieren. Indem von Thun bei der Beziehung dem Ich ein Du gegenüberstellt, fließt die Alterozentriertheit ein, die einen wertschätzenden Umgang miteinander verdeutlicht. Da die Sprache über das Wort und die Kommunikation zur Welt kommt, formt sie geistige Gebilde um. Insofern hat aktive Interaktion mit Kultur zu tun.

Ungehobelte Menschen

Welche Kommunikationskultur ein Mensch pflegt, zeigt sich an der Art und Weise, wie er beispielsweise mit einem Kellner oder in der Hierarchie unterstelltem Menschen umgeht.
Beobachten Sie einmal Menschen, wenn Sie sich unbeobachtet fühlen, es treten erstaunliche und auch sehr abstoßende Verhaltensweisen zutage. "Ob sie nun reden oder furzen, es ist ein und dasselbe," soll Demetrios über ungebildete und ungehobelte Menschen gesagt haben. Wobei ich ungebildet auf die Lebensweisheit beziehe und nicht mit einer akademischen Ausbildung gleichsetze.

Gerade in den Verhaltensweisen im nicht einsehbaren Raum zeigt sich, ob ein Mensch auch allein Kultur übt und Stil nicht nur pflegt, sondern lebt. Die anderen Menschen bemerken an der Austrahlung des Anderen sehr schnell, ob es ein Fake oder Schmierenkomödiantentum ist. Es ist wie ein Gang auf schwankenden Planken, auf denen nur ein Seemann fest stehen kann, der das täglich wieder probt. Ungeübt stolpert man schneller, als man meint.

Reflexion:

Beobachten Sie das Verhalten von Menschen im Alltag, Sie werden bald merken, ob Sie einen Fassadenklempner oder Maskenträger vor sich haben oder dieser Mensch auf der Bühne gewohnt ist zu spielen. gemeinhin sprechen wir von Stimmigkeit.

Resonanz

Was sich in der Sprache ausdrückt, können wir nicht durch sie ausdrücken (4.121). Es ist wie bei einem Kontrabass. Die Wärme, Transparenz, Wehmut oder Klarheit schenkt dem Ton erst der Resonanzkörper. Das bedingt ein gemeinsames Schwingen, das der einzelne auch exakt gespielte Ton noch nicht bewirken kann.

Es sei auf die Seminare der BS Akademie zum Zuhören verwiesen. Auch "Führen mit Sprache" oder "Menschlich Sprechen im Alltag" sind Seminare, wo Sie die Kunst des verbalen Saitenspiels lernen und üben können. In den Kommunikationsausbildungen der BS Akademie (Integratives NLP: NLP-Practitioner und NLP- Master, Dialog, Dialektik und symetrische Kommunikation im Diskurs) sind Möglichkeiten diese Kunst zu üben.

" Mantel der Liebe Syndrom"

Der Rat mancher Trainer: "Interagieren Sie symetrisch!", zeugt von hoher Unwissenheit über die Kraft soziodynamischer Prozesse. Oft ergibt sich daraus ein "Spielen ohne Ende" (F.B.Simon). Auch die Postulate so mancher Kommunikationsgurus und diverser Speaker bewirken eher eine Vereinsamung als dass Empathie und eine Beziehung aufgebaut wird. Der größte Schwachsinn sind Empfehlungen, die nahelegen, Kritik zu vermeiden. Der "Harmnoniedruck" verhindert oder hemmt die Ausbildung von Autonomie. In den Führungsrunden finden Sie auch das Seminar: "Wie man sich Feinde schafft." Eine Möglichkeit wie Sie Individuation, Selbstabgrenzung und Konfliktfähigkeit lernen und üben können.

Setzen Sie sich auseinander, streiten Sie! Ihr Gewinn wird Empathie sein. Sie werden ein Selbstkonstrukt bilden, das das Spiel von "Selbst" und "Anders" situationsabhängig unterschiedlich besetzen und intensivieren kann.

Individuation

Gelingt die gerade beschriebene Individuation, ist dieser Mensch fähig und bereit:

- Innere und äußere Grenzen differenziert auszubilden,
- eigene Ziele zu definieren und durchzusetzen, die sich von denen unterscheiden, die das soziale Umfeld vorgeben,
- Verantwortung für eigenes Handeln zu übernehmen,
- Widersprüche und Ambivalenz zu akzeptieren und zu ertragen.

Das sind grundlegende Eigenschaften, die einequalifizierte Führungskraft im Besonderen und der Mensch an sich mitzubringen hat. In einem weiteren Schritt kann sich eine reflexive Fähigkeit realisieren, die sich nicht in einem Akt einsamer Selbstreflexion realisiert, sondern in der Interaktion die Einstellung des anderen Partners antizipieren und sich selbst aus dessen Perspektive wahrnehmen kann.

Und nun?

Es gibt viele rustikale und gewöhnliche Rebsorten, jedoch nur wenig edle.

An einem Rebstock treiben im laufenden Jahr schon die Knospen für die kommende Zeit. Madonne formulierte in einem Song, es sei reine Zeitverschwendung etwas Mittelmäßiges zu tun." Kultivieren Sie ihren Boden, verfeinern Sie ihn selbst.

Salvador Dali schrieb in seinem Weinbuch metaphorisch nieder: ...So trinke, mein Freund, niemals ohne Tugend! Willst du von einem "Grand Cru" nur mit der Zunge und Gaumen Besitz ergreifen und in seiner Begleitung einen klaren Kopf beahren, willst du ihn kosten, ohne gleichzeitig zu lieben, zu seiner Ehre nicht das sensueelle Bewusstsein deines Körpers wecken, dann lauf zu einem Wasserhahn, für dich reicht Wasser vollkommen! Der Wein bleibt ein Zwiegespräch mit deinem Bewusstsein, eine Gemeinschaft mit sich,... und ich begreife dich mit ein."

Kultur und Stil haben immer ein Innen und Außen. Sie beeinflussen sich gegenseitig: "Sage mir, wie du isst, und ich sage dir, was du bist." Man kann "Persönlichkeit lernen". Sie werden lernen, es zu lieben.

Wer Stil und Kultur hat, kann genießen und kann sinnvoll mit anderen Menschen interagieren, erlebt und kostet die Geheimnisse, die in dieser Interaktion entstehen.


In den Blogs von Wolfgang Schneider, in den Abendforen, Meditationen und Reflexionen für Führungskräfte können Sie Anregungen finden, selbst aktiv zu werden und ein Leben mit Stil, Kultur und einem sinnvollem Miteinander-Reden zu üben.
Leben Sie!

Die BS Akademie ist bestrebt, die individuelle und soziale Kompetenz zu erhöhen.
Sie lernen genauer hinzuhören und hineinzuhören. So werden Sie nicht zum Spielball von Menschen, die versuchen den menschlichen Dialog zu stören oder einzuengen.
Über ihr Verhalten und ihre Sprache, kommt ihre Persönlichkeit zur Welt und wird geboren.

Fragen? Wenden Sie sich an WS