Kommunikation, Kunst zu leben?

"Wer redet, ist nicht tot", meint Gottfried Benn.

Führungsseminar Kommunikation
Pausenkommunikation im Seminar: BS-Akademie

Ist Leben Kommunikation?

Ohne Kommunikation ist der Mensch nicht lebensfähig.

Wolfgang Bauer meint, dass der Mensch ein auf Interaktion hin angelegtes Wesen sei. Auch die Philosophie und Soziologie stellen die Thesen auf:

1. es gibt kein isolierbares Individuum, das sich aus seiner Sozialität lösen könne,
2. Personsein ist nur im laufenden Dialog mit anderen Menschen möglich,
3. es gibt kein autonomes Individuum. Es ist immer durch seine Sozialität beschränkt.

Kommunikation und Watzlawik meint, das sei aktive Interaktion, scheinen für das menschliche Wesen überlebensnotwendig zu sein. Frühe (unmenschliche) Experimente des Stauferkaisers Friedrich, führten das eindrucksvoll vor Augen. Die isolierten Kleinkinder, starben nach kurzer Zeit.
Wenn Kommunikation so wesentlich für das Leben des Menschen ist, verwundert es doch, weshalb sich Menschen bei dem Thema Kommunikation sperren, wenn Seminare zu diesem Thema angeboten oder durchgeführt werden?

Wenn wertschätzende, zuwendende und anerkennende Kommunikation Wohlfühlbotenstoffe im Gehirn aktiviert und Menschen in der Folge motiviert sind, weshalb nutzen dann so wenige Führungskräfte diesen Mechanismus und spulen übliche Programme ab?

Die dunkle Triade

Ein kurzer BLick in die oberen Führungsetagen:
Viele Menschen auf den oberen Führungsebenen verhalten sich eher kontraproduktiv: Sie zeichnen sich durch übertriebenen Narzissmus, Empathielosigkeit mit Tendenz zu Psychopathie und manipulatives Ausnutzen aus. Die Welt schrieb darüber in dem Artikel "Radikal rücksichtslos":

...Machtausübung, oben sticht unten, manipulieren, nur das Ego zählt, Nehmermentalität, überzeugen auch wider dem Gewissen, "Führung durch Angst und Druck", sind einige Eigenschaften und Verhaltensweisen, die von Führungspositionen eingefordert werden. Der Gewinn ist, dass diese Menschen erfolgreicher scheinen und in den Topetagen des Management gefunden werden. Das bedeutet nicht, dass diese Menschen ausschließlich finstere Gestalten sind: Die untersuchten Führungskräfte waren extrovertiert, selbstbewusst, unkonventionell, witzig und charmant. So wirkten Sie auf dem offiziellen Podium attraktiver auf andere Menschen. (Psychologe John Rauthmann).

Würde man diese Eigenschaften früh erkennen, hielte man sich von Ihnen fern. Doch Menschen der dunklen Triade haben eine hohe Begabung unbewusst zu manipulieren. So können diese Menschen oft weitgehend unbemerkt agieren, weil sie nicht bemerkt werden. Man verzeiht ihnen einiges, weil sie scheinbar Gutes tun, sich mutig zeigen, leistungsstark und motiviert sind (Uwe Kanning).

Es ist nützlich Regeln der Manipulation und Machtausübung durch Sprache und deren Überwältigungsmechanismen zu lernen, um zu erkennen, wenn ein anderer Mensch diese menschenunwürdig gebraucht.
Menschen zahlen oft einen hohen Preis für diese Verhaltensweisen, den manch einer erst bemerkt, wenn er vor dem Scherbenhaufen steht: psychisch und physisch.

Innen und Aussen

Kommunikation kann man sich vorstellen als Spiel in mindestens zwei Räumen.

Der erste Raum sei die Umwelt mit ihren Subjekten und Objekten. Hier handeln sichtbar und hörbar die anderen Menschen. Hier werden Emails und Briefe geschrieben und Vertragstexte formuliert. Hier klingelt das Telefon. Diesen Raum bestimmen Semantik, Logik, die Art unld Weise des Sprechens, Regeln des miteinander Sprechens.

Der zweite Raum ist der Innenraum des jeweiligen Sprechers. Dieser ist schon schwerer auszumachen. In diesen Raum können Menschen von außen nicht so einfach eindringen. Er entzieht sich dem Blick und Hören. Dieser innere Dialog wird überwiegend von vielen Phänomenen bestimmt: Gefühlen, Erfahrungen, Werten, Bedürfnissen, Motiven, Prinzipien, Interessen, Wünschen, Absichten und auf einer noch tieferen Ebene von Grundhaltungen. Alle sind Bereiche, die wir eher dem Unbewussten zuschreiben. Sie bestimmen, was der einzelne Mensch als wahr, vernünftig, (endogen) moralisch oder auch wertvoll hält.
Verstoßen wir gegen die endogene Moral, drohen Strafen wie Schuldgefühle, Scham, verminderte Selbstachtung, Angstphantasien. Was das für die Mitarbeiterführung bedeutet, können Sie sich vorstellen. Ein Commitment der Mitarbeiter kann nicht entstehen.

Eisige und brennende Kommunikation

Der Mensch kommuniziert rein funktional und formal. Karl R. Popper bezeichnete das als eisige Kommuniktion. Die materielle Funktion, die sich auf das Menschliche bezieht, bleibt unberücksichtigt. Erst wenn die zweite Ebene dazukommt, werden wir andere Menschen für das Gesagte entzünden und es vermag ein Brennen entstehen, das Menschen bewegt. Um zu überzeugen, muss es gelingen, Emotionen zu wecken.

Erst wenn diese Räume oszillieren und zusammenspielen, werden Menschen so zu sprechen beginnen, dass Sprache als Zauber erscheint und Wörter mächtig werden. Nur brennende Kommunikation vermag zu überwältigen. Das gelingt nicht mit Lehrveranstaltungen, die zum Beispiel Programme banaler Verkaufsrhetorik und rein formale Regeln pauken.

Sprechen, mehr als Sprache

Was sich in der Sprache ausdrückt, können wir nicht durch sie ausdrücken. (4.121 Wittgenstein, Tractatus logico-philosophicus) Das meint, dass die Sprache aus Worten besteht.
Worte vermögen aber weit mehr auszudrücken:
"Nacht.-" Welch ein Universum drückt sich allein in diesem Wort, das Dr. Faustus in Goethes Faust ausspricht aus: Der ganze Faust in einem Wort; Dunkelheit, Verzweiflung, Besessenheit, Wissensgier.

In der Sprache kommt immer noch etwas anderes mit. Und was da mitkommt, kann man nicht in Worten ausdrücken. Das, was gemeint ist, ist zwischen den Zeilen zu finden. Das mögen semantische Regeln erleichtern, zu verstehen suchen können wir es aber nur, wenn wir den ganzen Menschen sehen. Das mag verdeutlichen, weshalb das Pauken der Regeln und Formaler Abläufe erst die Spitze des Eisbergs ist. das Wunder und der Zauber der Sprache liegt aber verborgen und öffnet sich uns über andere Herangehensweisen.

Die Suppe

Heinz von Foerster liefert hierzu ein Beispiel:
Menschen neigen dazu zu sagen: "Ich habe Recht!"

Damit haben diese Menschen eine Entscheidung getroffen. Sie glauben, sie seien im Besitz der Wahrheit. Doch wo bleibt die Wahrheit des Hörers? Und wie verhält es sich mit der Aussage, der Hörer bestimmt die Bedeutung der Aussage?

Beispiel:

Eine Kollegein sagt mir die Suppe in dem Asia-Restaurant ist gut. Ich aber meine, dass die Suppe nicht gut ist! Ihnen schmeckt sie, wie können Sie behaupten, dass sie mir schmeckent? Ich finde sie viel zu scharf.
Ich fühle mich nun in der weiteren Kommunikation entweder schlecht oder nehme an, die Person zweifelt an meinen Geschmacksnerven usw. Plötzlich haben zwei Menschen eine Kommunikationsstörung.
Wenn die Kollegin aber sagt: Die Suppe schmeckt mir gut, kann das kein Mensch angreifen.

Miteinander-Sprechen

Erst wenn Menschen die Kommunikation als eine Interaktion zwischen Menschen sehen, kann ein Miteinander-Reden daraus werden.

Deshalb ist Kommunikation nicht auf eine Reiz-Reaktions-Maschine oder die klare Abfolge von Regeln - wenn..dann - festzuschreiben. Zu vielschichtig ist das Miteinander Sprechen von Menschen. Zu mannigfaltig sind die Individuen. Zu viele innere Stimmungen schwingen in einer Unterhaltung mit und beinflussen dieses Gespräch. Auf zu vielen Spielfeldern wird nach Schulz von Thun gespielt.
Kommunikation ist Interaktion, die aktiv von beiden Seiten zu betreiben ist. Aktive Interaktion ist kein Monolog oder Dozieren.
Miteinander Sprechen ist nie nur Zu-Sprechen. Miteinander Sprechen ist sich begegnen.

Zu-Sprechen geschieht bei einer Reihe von Großveranstaltungen oder Großgruppenausbildungen. Ein oszillieren zwischen den Teilnehmenden ist nur eingeschränkt bis gar nicht möglich. Die wenigsten Teilnehmer emanzipieren sich über die Annonymität der Gruppe.
Der Teilnehmer wäre gefordert, selbst aktiv zu werden.
Wenn aber ein Teilnehmer selbst aktiv werden will, ist dann diese Form der Ausbildung die geeignete?
Regt dann die Großgruppe den Geist wirklich an?
Wie verhält sich es mit den gruppendynamischen Regeln?

Die BS Akademie bezweifelt die Effektivität für den Menschen, der sich wirklich als Einzelperson verändern will. Das bedeutet nicht, dass Wolfgang Schneider den Unterhaltungswert dieser Veranstaltungen schmälern will, nur die Ausrichtung scheint eine andere.

Resonanz

Resonanz entsteht, wenn Subjekte und auch Objekte miteinander in Schwingung kommen.

Wenn ein Musikant und ein Hörer überwältigt werden, entsteht Resonanz. Dieses zünden Oszillieren ist ein emotionales Phänomen. Es ist ein Prozess des gegenseitigen Öffnens und das Finden einer Brücke. Über die Rampe kommen, sagen die Theaterleute. Das bedeutet nicht nur Information möglichst klar "hinüber zu bringen". Das bedarf mehr. Das meint ein sich gegenseitiges Einlassen und hingeben. Ansonsten wäre es ein Zu-Reden, wie eine Dienstanweisung oder ein Auftrag etwas zu erledigen.

Mit Resonanz verhält es sich wie mit dem Siegelwachs, wir wärmen es an, damit der Eindruck entstehen kann. Menschen können sich bereit machen, dass Resonanz entsteht. Dies erschließt eine neue Ebene des Gesprächs, etwas Neues kann entsehen, wo beide Gesprächspartner geben. Die Gesprächspartner teilen, was berührt. Dieses Gespräch liegt jenseits der Betrachtungen von richtig oder falsch.

Resonanz vermag auch in einer Großgruppe zu entstehen, wenn die Emotionen gezündet werden. Manche Konzerte zeigen uns das. WS vertseht diese Resonanz als resonanz sich begegnender Menschen, die den Willen haben sich zu verstehen. Menschen die Hören, wissend, dass sie hören, was sie denken. Menschen die Verstehen als ein kritisches Raten sehen, um sich dem anderen anzunähern. Die Kommunikation scheint wie eine Irrtums- und Unglücksvermeidung im Sprechen.

Empathie

Ohne Empathie ist gegenseitiges Verstehen nicht möglich. Empathie meint, sich leer zu machen und ganz zuzuhören. Jede Situation hat ein neues Gesicht. Sie fordert unsere ganze Aufmerksamkeit. Die gerade gehörte Situation kommt nie wieder. Sie ist irreversibel.
Empathie erwartet Präsenz und Verantwortung für das Gesagte zu übernehmen. Diese Gegenwärtigkeit unterscheidet Empathie von Mitleid und vernunftmäßigem Verstehen. Im Moment des Mitleidens verliert sich die Empathie.

Empathie entsteht in der gegenseitigen wertschätzenden Auseinandersetzung. Empathie ist nicht intellektuell zu bewirken. Empathie ermöglicht die Gefühle und Bedürfnissse des Anderen zu spüren. Das bedeutet nicht, mit zu leiden oder gar eine eigenen Schuld an der Aussage zu sehen oder den Anderen zu verurteilen.

Hören können und sich von seinen eigenen Strebungen zu befreien, ist eine Voraussetzung für Empathie.

Frühe Kommunikationstipps

Blättern Sie in den Texten der frühen spanischen Mystiker um 1500/1600 wie Ignatius von Loyola, Osuna, Johannes von Kreuz oder Theresa von Avila, Sie werden erstaunt sein, wie viele Kommunikationshinweise Sie dort finden.

Die BS Akademie hat ein integratives Kommunikationsmodell entwickelt. Dialektik, Dialog, Diplomatie, neue neurobiologische Möglichkeiten und ausgewählte Bausteine des integrativen NLP ermöglichen ein wertschätzendes miteinander Umgehen.

Sollten Sie das Argument der Manipulation nennen, lade ich Sie in mein reines Dialketikseminar: Führen durch Sprache und Macht des Wortes ein. Hier erfahren Sie die Gewalt und Möglichkeiten der Sprache aus einer anderen Sicht.

Kunst kommt von Können

Der Blog versuchte nur eingie Facetten aufzuzeigen, deren Beherrschen eine Vorraussetzung sein kann, Kommunikation als Kunst zu sehen, so Kunst von Können kommt. Erst mit dem Können vermag sich das Spiel und die Vielfältigkeit zu entfalten.

Ausbildungen:

NLP-Ausbildung an der BS Akademie sind wie ein Knigge für Kommunikation und aktive Interaktion. Es geht um mehr als nur kommunikative Regeln und Modelle zu erlernen. Ohne gleichzeitige Persönlichkeitsbildung bleiben Menschen auf der formalen Ebene. Der materiale Träger der Kommunikation bleibt außen vor. Sie haben ein gut ausgestattetes Segelschiff, doch ohne die Liebe zum Meer, werden Sie kaum die immanente Energie und Kraft nutzen können. Deshalb haben die Ausbildungen zum NLP Practitioner, NLP-Master, NLP-Trainer ergänzend zum Curriculum des Verbandes eine erweiternde, integrative Ausrichtung.

Kommunikationseminare: Schwierige Gespräche, Macht, Macht durch Sprache, Führen mit Sprache, Überzeugen gegen Widerstände, Charakter ist (k)ein Handicap, Lebensweisheit für Führungskräfte (Führungsrunden: Südfrankreich und Italien; nur 4 Personen).


Fragen?

Beschäftigt Sie die Frage um Sprache und effektive Kommunikation einschließlich kommunikativer Ablaufstrukturen, rufen Sie an.
Wolfgang Schneider ist in vielen Firmen als Berater und als strategischer Begleiter in Verlagshäusern, Firmenleitungen und Vorständen, Politik und Vertrieben tätig. Sie profitieren von seiner Praxiserfahrung.

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