Mingle & Ghosting

"Klick und weg bist du", ist diese Verhaltensweise das Beziehungsmanagement in der digitalen Welt? Ist die im Foto zu betrachtende Beziehung ein Auslaufmodell, old fashioned oder....?

Wolfgang Schneider-Beziehungsmanagement
Hochzeitstag am Lago di Garda

Ziel

Der kleine Blog will und kann das Thema nicht abschließend behandeln. Ein paar Fragen und gedanken sollen dennoch zur Reflexion einladen.

Begriffsdefinitionen

Mingle sei eine Mischung von "Mixed" und "Single" meint Peter Wippermann.

Der Begriff beschreibt einen Zustand zwischen "Fuckbuddy" (reiner Sexualkontakt) und einem "Mixed"-Zustand zwischen Single mit Verhaltensweisen von Pärchen. Mal trifft man sich auf einen Kaffee, mal geht man ins Kino und wieder einmal hat man Sex, dann trifft man sich wieder, man telefoniert usw..

Kann dieses laue Dahinplätschern Beziehung sein?
Ist diese Beziehungsweise als festes Paar zu bezeichnen?
Stellen wir uns so den zukünftigen Familienverband vor?
Welche Vorteile hat solch eine "leichte" Beziehung?
Ab wann hat ein solche Beziehung so einen ähnlichen Charakter - altmodisch formuliert - wie eine Verlobung?
Reicht eine/mehrere lockere Bindung/en, um die aus biologischer Sicht notwendige Zuwendung zu erhalten?

Ghosting

"Ich bin dann mal weg."
Gerade war man noch zusammen und fast auf dem Weg in eine engere Beziehung und auf einmal taucht einer plötzlich weg. Das ist nach einem gemeinsamen Abend oder zwei Dates nicht weiter verwunderlich, doch verunsichert es die Menschen oft bei einem etwas länger andauernden Beziehungsstadium.

Verhalten sich aber Menschen nicht grundsätzlich so in Netzwerken wie Facebook, Instagram usw. ?
Färbt das Verhalten des Chattens im Netz auf die Verhaltensweisen in Beziehungen ab?
Wird hier Qunatität der Verbindungen gleich mit Beziehungen gesetzt?

Wenn ich keine Lust mehr habe und der andere Part mir auf "den Kecks geht", reicht ein Klick und die Verbindung ist gekappt. Schorsch Hampel hat dazu ein Lied geschrieben:"Fensterln im Chat".
Es ist wie ein Geist, man vermutet, aber man kann ihn und nicht greifen. Beziehung fühlt sich an wie, wenn man versucht den Wind zu greifen.

Was wohl Martin Buber dazu gemeint haben könnte?

Gibt es diese naturhafte Verbundenheit des Menschen heute noch im Zeitalter der Digital Natives und Digital Natives Plus?
Ist diese Beziehungseigenschaft, wo man sich auf Lebens-Reise längerfristig verbindet noch ein zeitgemäßes Modell? Ist es nicht praktischer, sich wie bei der Wohungseinrichtung, wo man nicht weiß, ob einen der Job im nächsten Jahr in eine andere Stadt bewegt, nur mit leicht entsorgbaren Möbeln zu etablieren?

Es ist dem Menschenkind Frist gewährt, für die verlorengehende naturhafte Verbundenheit mit der Welt geisthafte Verbundenheit, das ist Beziehung, einzutauschen. I 34 Buber

Für Buber ist Menschsein eine doppelte Bewegung, aufbauend der Art, dass die eine Bewegung (HIn-zu) die Voraussetzung der anderen (Weg-von) ist. Erst im Entfernen und im Verlust, bemerkt der Mensch die Bedeutung der "Du-Ferne".
Beziehung kann ich nur durch Tun erfahren. Es verhält sich wie mit dem Leben, auch dieses ist nur im bewegen zu erfahren. Beziehung fällt dem Menschen zu. Er kann sich dafür bereit machen. Beziehung ist Gegenseitigkeit. Beziehung ist aktive Interaktion, die im oszilieren zwischen zwei oder mehreren Menschen zum Leben kommt. "Mein Du wirkt an mir, wie ich an ihm wirke." Ohne Du kann das Ich nicht sein. Das Grundwort ist "Ich-Du", schreibt Buber.

Nach Martin Buber umfasst Beziehung drei Sphären:

1. Das Leben mit der Natur
2. Das Leben mit den Menschen
3. Das Leben mit der geistigen Wesenheit. Hier verspüren wir das Du, fühlen ein aufeinander Bezogensein.

Was bedeutet das für eine ausschließliche oder überwiegende Kommunikation via Netz?
Kann Natur im Bild mit allen Sinnen erfasst werden?
Ist der Mensch in seiner Wesenheit über Skyp ganz zu erfahren?

Wie kann sich der Mensch bereit machen, um das Du einzuladen, sich zu nähern und eine Beziehung einzugehen.
Ist das unter Mingle und Ghosting beschriebene Beziehungsverhalten, das, was Sie sich vorstellen?

Trennung und Beziehung

"Wahre" Beziehung ist nach Buber ohne den Gegenpart Du nicht möglich. Das Du ist der Spiegel, der es dem Menschen ermöglicht das Ich zu sehen. Oft blendet der Speigel, wie im Märchen oder er wird verbannt, aus Angst sich so zu sehen wie man wirklch ist..
Mit einer Beziehungen kauft sich ein Mensch die Trennung ein.
Sind Menschen deshalb so überrascht, wenn diese auseinander bricht, weil Menschen oft vergessen (wollen), dass sie mit der Beziehung gleichzeitig die Möglichkeit der Trennung einholen? "Bis auf der Tod uns scheidet."

Haben Menschen es nicht gelernt, mit dem Trennen umzugehen?

Könnte das ein Grund sein, weshalb viele Menschen sich ins Netz flüchten, wo Beziehung überwiegend "Mingle" ist und ich über "Ghosting", einfach schmerzfrei mich jederzeit ausklinken kann?

Es ist ein fataler Kreislauf: Je mehr ich das eine (die Beziehung) suche, desto mehr entzieht es sich mir. Buber formuliert "mit" dem Menschen leben. Mit allen seinen Bereichen: körperlich, seelisch und spirtuell.
Leben bedeutet oszillieren in allen drei Bereichen. Das Internet ist nützlich, sich anderen zuzuwenden. Doch erst, wenn die Verbindung osziliert, vermag mehr zu entstehen, greift man vielleicht zum Telefonhörer, um sich zu treffen.

Es vermag Mut dazu zu gehören. Denn nun zeigt sich, ob auch das Du (der Andere) bereit ist, sich auf einen Dialog einzulassen. Manches Mal zeigt sich dann die Einseitigkeit der Kommunikation: Es ist oftmals ein Zureden und kein miteinander reden. Viele Menschen lernen viel, doch das Miteinander-Umgehen und das Miteinander-Reden, lernen viele nicht. Oft ist es wie Kotzen, was da hochkommt und im Netz verblasen wird: unverdaut, einfach mal so hochgeposted.

Wie, wenn dieses Hinausschreien nach Beziehung ein Hilferuf ist, der schreiende Mensch aber unfähig in die Interaktion einzusetigen, weil er Angst hat, sich dem anderen voll zu nähern?
Weshalb brauchen Menschen die Partnerbörsen, so der Mensch auf Beziehung hin angelegt ist und ein einfaches Anreden ausreichen könnte?
Haben Menschen Angst, Abweisung zu erfahren, wo sie doch auf Zuwendung angelegt sind?

Intergative Kommunikation, die Wolfgang Schneider von der BS Akademie für Menschen im privaten wie beruflichen Kontext in seminaren lehrt und trainiert, kann ein Weg sein, zukünftig zuzulassen, um sich einzulassen auf den Anderen und eine empathische Beziehung zu ermöglichen.

Ruach

Ruach bedeutet im hebräischen Geist und steht für Atmen.

Erst der "Ruach", den ich im Nacken und am Körper vom Anderen spüre, vermag zu überwältigen. Erst wenn sich der Mensch auf die Nähe einlässt, vermag er den Atem zu spüren. Nähe kann auch der intime Brief, das Telefongespräch sein, indem sich der Mensch voll auf den Anderen einlässt.

In diesem Einlassen vermag Verbundenheit zu entstehen, die trägt und auch von Stürmen schwerlich weggeblasen wird.
Conspirare bedeutet im Latienischen gemeinsam atmen.
Ist geistige Wesenheit, Conspiration via Internet zu erfahren?
Ist Mitgefühl mit dem anderen Menschen am Bildschirm möglich, oder betrachtet der Mensch hier eher wie ein "Voyeur" aus einer Metaposition den anderen Menschen?


Beziehung ist konkret

Echte Beziehung ist immer konkret. Sie hat Namen, Adressen, eine Hausnummer. Dahinter steht der Appell, sich auf das einzulassen, was wir tun, Fragen an den Anderen zu stellen, bis wir die Zusammenhänge verstehen, in denen Menschen (in der Beziehung) leben, den anderen Menschen kennen lernen, mit dem sie kommunizieren.
Das mag nicht immer die Probleme lösen und immer gleich einen Ausweg zeigen, aber die in Beziehung stehenden Menschen stoßen gemeinsam Dinge an, die in ihrer Macht stehen und im Idealfall über diese Beziehung hinaus reichen können. Das ist nicht immer leicht und nicht immer viel sein, aber es ist möglich. In Beziehungen stoßen Menschen aufeinander. Die Beziehung wird greifbar.

Eine Garantie für eine gelingende Beziehung giobt es nicht. Es interagieren immer mindestens zwei Personen. zwei Individuuen, die jedoch ohne ein soziales Band kaum lebensfähig sind. Glück bedingt mindestens zwei Menschen.
Der einzelne kann Beziehungsleben lernen und sich über die Widersprüche in einer Bezeihung emanzipieren. So kann er gescheiterte Beziehungen lösen und sich auf neue wieder einlassen.

Das bedarf einer starken Persönlichkeit, die es wie einen Muskel zu trainieren gilt. In Coaching, Supervisionen und Seminare zum intergrativen Selbstmanagement können Lösungen gefunden werden.

Beziehung und Dauer

Max Weber (Wirtschaft und Gesellschaft, erster Halbband) schreibt, dass eine Beziehung vorrübergegehender Art oder von Dauer sein kann. Es sei aber ein Merkmal, dass ein sinnentsprechendes Verhalten vorläge, nach dem gehandlet werden könne. Für ihn reicht eine Chance einer Wiederkehr, dass mit mehr oder minder großer Wahrscheinlichkeit sinnspezifisches Handeln sattfindet. dabei kann der Sinngehalt wechseln. Ob den Sinn die Sitte, der Brauch oder die Konvention vorgibt, sei hier nicht diskutiert, da der Blog nur einzelne Themenbereiche zur Beziehung in diesem speziellen Kontext aufzeigen will.

Beziehung und Beruf

Wenn, wie Stefan F. Gross schreibt, Berufsleben Beziehungsleben ist, wird nur der erfolgreich, der beziehungsfähig ist und beziehungen gestalten kann. das liegt schon deshalb nahe, da kein Mensch im luftleeren Raum arbeitet.

Das zu lernen, bewirkt kein eventartig ausgerichtetes Teamtraining. Beziehungstraining beginnt beim Menschen. Diesen Prozess muss der Mensch zulassen und sich darauf einlassen, wozu wieder Niederlassen notwendig ist.
Es bedingt den Mut zu haben, sich auf den Anderen einzulassen. Nur mit diesem Mut ist Vertrauen möglich, das ich meinem Gegenüber (lebenspartnerin oder Lebenspartner, Kolleginnen und Kollegen, Kundeninnen und Kunden) entgegenbringen muss, um eine für beide Seiten gewinnbringende Beziehung aufzubauen.

Fragen Sie sich:

Was ist mir an ihm wichtig?
Was bringt er mir?
Lohnt es sich überhaupt, sich zu engagieren?

Sollten Sie alle oder zumindest eine Frage mit Ja beantworten, haben Sie verspielt. Ihr Gegenüber wird es fühlen, dass Sie ihn nur als Nutz-Subjekt betrachten. Diese Verzwecklichung endet meist in der Entzweiung oder im beruflichen Aus. Sollten Sie hier Defizite bemerken, bietet die BS Akademie ein seminar an: "Wie man sich Feinde schafft".

Beziehungen aufbauende Fragen

Wie können Sie ihrem Beziehungspartner Wertschätzung schenken?
Wie können Sie seine Persönlichkeit anerkennen?
Wie können Sie sich dem anderen Menschen zuwenden?

Bitte geben Sie die Facetten zu dem Thema Beziehung weiter und teilen Sie diese im Netz bei Facebook, Twitter, Xing, Instagram...., Es ligt mir am Herzen viele Menschen zu erreichen. Die Phänomene "Mingle" und "Ghosting" wie auch die in vielen Abteilungen von Firmen zu sehende Frustration bis hin zum Einspinnen und Rückzug vom anderen Menschen ist dem Menschenwesen gegenläufig. Ist dem Anspruch eines Unternehmens gegenläufig.

Eine offene Kommunikation und einen achtendenden Umgang miteinander zu lernen, ermöglicht Ziele umzusetzen, die der Mensch nicht für möglich gehalten hat. Erfüllen Sie ihre Erwartungen.

Rufen Sie uns an: 0049 175 5679685 oder mailen Sie Wolfgang Schneider: schneider@bs-akademie.de