Führen durch das Gespräch

Die Gedanken erweitern die Ideen des Blogs New Leadership, Beziehungsmanager

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Miteinander Reden

Fünf Schlüsselqualifikationen

Für Unternehmen und damit natürlich für die Menschen, aus denen ein Unternehmen besteht, ändern sich die Qualifikationen. Fach- und Wissenskompetenz reicht allein nicht mehr aus.

Doppler und Lauterburg nennen fünf Schlüsselqualifikationen:

#Kreative Unruhe
#Konfliktfähigkeit
#Zusammengehörigkeitsgefühl
#Sinnvermittlung
#Kommunikation

In komplexen Unternehmenswelten werden diese Kompetenzen zur Überlebensstrategie und Zukunftssicherung. Das fordert das Management und die Organisation. Alles ist in Bewegung. Disruptionen sind natürliche Auswirkungen von Kraftfeldern, wo "tektonische" Platten zusammenstoßen oder auseinander driften. Auf soziale Gefüge bezogen bedeutet das divergierende Ziele und Bedürfnisse. Die Frage ist nicht, ob das richtig oder falsch ist; es passiert einfach. Konflikte werden bei entgegengesetzten Interessen, unterschiedlichen Wertvorstellungen und verschiedenen Kulturen nicht zu vermeiden sein.

Sinnvolle Intervention gelingt der Führungskraft nur, wenn sie notwendige Veränderungen rechtzeitig erkennt und sozial verträglich gestalten kann. Sinnvoll meint, dass nur eine Intervention verstanden werden kann und die betroffenen Menschen aktiviert, so der Mensch einen Sinn erkennen kann. Spätestens hier werden die technokratischen Vorgehensweisen Versagen.

Die Schlüssel zur lenkenden Einflussnahme heißen Glaubwürdigkeit, Vertrauen und Persönlichkeit. Eine Möglichkeit diese Qualitäten zu fördern und mit Leben zu füllen, sind Gespräche. Nur im Miteinander-Reden können Ziele klar ausgetauscht werden, kann Problembewusstsein geschaffen und Glaubwürdigkeit gefördert werden. Um die notwendige Energie zu zünden ist es erforderlich, sich in den Schlüsselqualifikationen zu üben.

Eine offene Kommunikationskultur fördert, dass die Unternehmung von Sinn und Werten durchdrungen und getragen werden, weil die Menschen der Organisation diese nicht nur kennen, sondern in einer aktiven Interaktion leben. An dieser Stelle sei auch hingewiesen, dass eine Führungskraft, die die Ziele erfüllt, aber die internen Werte nicht trägt, langfristig für den Unternehmensbestand kontraproduktiv ist. Diese Führungskräfte Vermögen keine Vibrations zu erzeugen, die sich in einer Unternehmenskultur manifestiert.

Gespräche tun gut

Im Blog New Leadership wurde die Bedeutung von Kommunikation angesprochen. Grund genug, diesen Punkt nochmals aufzunehmen. Wenn Menschen führen wollen, geschieht das grundsätzlich über Kommunikation, also über Sprache. Miteinander zu sprechen ist eine große Chance und eröffnet, dass Menschen sich verstehen können. Die folgenden Gedanken zum Gespräch wollen helfen das Phänomen Führung zu humanisieren und anregen aktiv Gespräche aufzunehmen.
"Gespräche tun gut", sagt man. Aber stimmt das wirklich? Niemand würde uneingeschränkt bestätigen, dass "Essen immer gut tut". Vieles, was Menschen gerne essen, ist für sie gar nicht gut.
Wie wäre es, sich in Gesprächen auch an Diätvorschriften der Ernährung zu halten, fragte Theodore Zeldin?
Wie sähe eine ayurvedische Kommunikation aus?
Die Überschrift lautet "Gespräche tun gut".
Aus biologischer Sicht ist der Mensch ein auf Kooperation und Zuwendung ausgerichtetes Wesen. Wird ein Mensch sozial isoliert, stellen diese (Motivations-)Systeme ihren Dienst ein. Stresssysteme werden (unbewusst) aktiviert. Ohne näher darauf einzugehen, sei auch auf die Spiegelneuronen hingewiesen, hier (unbewusst) einwirken könnten.
Ein Gespräch ist grundsätzlich darauf gerichtet, sich gegenseitig zuzuwenden und zuzuwenden. Das bewirkt, dass der Mensch sich gut fühlt, da "Wohlfühlbotenstoffe" ausgeschüttet werden, wie die Neurobiologen nachwiesen.

Geschieht das Ausschütten von Wohlfühlbotenstoffe auch in streitbaren Gesprächen?
Welche Kultur, Haltung und welches Menschenbild bedingt ein Streitgespräch, um ebenfalls als gutes Gespräch von den Betroffenen bewertet zu werden?

Gesprächsarten

Die eben gestellte Frage führt zu verschiedenen Kategorien von Gesprächen. Es gibt den Dialog (der Andere), die Diskussion (Sache), die Debatte (Sieg), die Rede (Überzeugen) und das Interview (Ich). Auch wenn die Grenzen nicht immer scharf sind und auch innerhalb eines Gesprächs wechseln oder sich überlagern können, unterscheide ich grundsätzlich drei Arten:

1. Sachorientierte Gespräche. Sie dienen dem Informationsaustausch, der Verhandlung (Verträge, Kauf-Verkauf, Zielgespräche...), dem Geben und Nehmen von Weisungen, der Datenerhebung, Erlaubnissen...
2. Personenorientierte Gespräche. Sie sind auf das Kennenlernen, die Kontaktvergewisserung oder der Beziehungspflege und deren Aufbau gerichtet,
3. Konfliktgespräche. Sie haben die Funktion, Konflikte zwischen Personen oder Gruppen zu erkennen, ihre Gründe auszumachen und, wenn möglich, den Konflikt zu beheben.

Grundsätzlich folgen Gespräche drei Phasen: Einleitung; Durchführung; Schluß.

Auch wenn die einzelnen Gesprächsarten unterschiedliche Zielrichtungen haben, bleibe ich auf einer allgemeinen Ebene. Das Gespräch sei ein Überbegriff und für die anderen Gesprächsarten gelten die Gedanken für mich analog.

Kultur, Stil

Wir leben in einer Welt der Beliebigkeit und überwiegenden Selbstsucht. Alles scheint erlaubt, jeder will sich selbstoptimieren, so wird es lauter, es wird gedrängelt und gepöbelt (siehe soziale Medien wie Twitter, Facebook..). Auf diese Weise wird das Miteinander Reden in einem Unternehmen oder im Privaten unangenehmer. Vielleicht auch deshalb, weil es anonymer scheint als das persönliche Begegnen und Sprechen und wir uns nicht mehr so wohl fühlen. Wir haben als Kinder Sprechen gelernt, doch wurde eine Sprechkultur weiterentwickelt? Meist beschränkt sich in der Edukation Sprechen auf Informationsaustausch und Wissensabfrage.
Doch gerade das persönliche Gespräch zu beherrschen und auch aktiv zu suchen wird von einer Führungskraft verlangt.

Wie viele Ihrer Leitenden verstehen ein Gespräch, das mitnimmt und das Herz einbindet, zu führen?

Denn erst ein empathisches Gespräch wird einen Mitarbeiter, eine Mitarbeiterin motivieren und zu Leistung anspornen. Das bedingt, dass eine Führungskraft empathiefähig ist. Der äußere Rahmen ist die "hohe Minne". Minne meint, sich des gepflegten Umgangs mit anderen Menschen bewusst zu sein und sich nicht auf den funktionalen Einsatz als Führungskraft zu beschränken. Doch ist Empathie ohne Persönlichkeit möglich?

Einige Tugenden, die das zu fördern vermögen, seien in der Folge aufgezählt:

Lebensweisheit,
Mut,
Humor,
Selbst-Verantworlichkeit,
Höflichkeit,
Geduld,
Demut,
Gehorsam,
Großmut,
Authentizität,
Mitgefühl,
Realisierung von Werten,
Vertrauen,
Maß,
Fleiß,
Treue,
Diskretion,
Toleranz,
Dankbarkeit.

Diese Tugenden sind umrahmt von primären Tugenden wie Zivilcourage, Konfliktfähigkeit, Ethik und konstruktivem Ungehorsam, die das Korrektiv der sekundären Tugenden bilden.
Alles vereint sich optimal in der Persönlichkeit der Führungskraft. Persönlichkeit setzt, einen neugierigen Menschen voraus, der sich auch Zeit nimmt, selbst kritisch zu reflektieren, um Tendenzen und Strömungen der Welt aufzunehmen.

Reden manipuliert

Seit Jahrtausenden reden Menschen, um andere Menschen zu manipulieren, Politiker spinnen ihre Hörer für Ihre demagogischen Vorhaben mit Worten ein. Menschen nutzen Reden, um macht zu demonstrieren oder auszuüben. Enzensberger schrieb einmal, dass Worte zerstörerischer wirken als 1000 Maschinengewehrsalven. König Salomon erbat im Traum, "dass ihm ein hörendes Herz verliehen werde, damit er das Volk zu regieren und das Gute vom Bösen zu unterscheiden verstehe." (1Kön 3,9)
Die Mächtigen der heutigen Politik und Wirtschaft versuchen mit Metaphern, Bildern, Lautstärke, unablässigem Wiederholen, Zielen auf die Gefühle, Witz, Ironie und manchmal sogar mit sprachlicher Raffinesse Menschen zum Kauf ihrer Ideen oder Produkte zu bewegen.

Rhetorik verkam dabei zur Waffe von vielen Führungskräften, die Menschen passend zu machen, mundtot zu machen und zu unterjochen. Geschickte Rhetorik lässt das Gesagte überzeugender wirken und vermag Verhandlungen für sich zu entscheiden. Manch ein Egomane verblendet mit Eloquenz und Schlagfertigkeit. Mittels Worten streben nicht wenige Führungskräfte (und Menschen) Macht zu erlangen. Rhetorik reduzierte sich bei diesen Menschen, um die Schwäche der Argumente mit einem ansprechenden Guss zu überziehen.

Vielen Menschen gefällt es, sich umgarnen zu lassen. Rhetorik und Sprech-Methoden geschickt angewendet, ermöglicht manche Auseinandersetzung zu gewinnen, ohne die Wahrheit herausfinden zu müssen. "Die Kunst Recht zu behalten", von Schopenhauer, dient alleinig dem Zweck, ohne Rücksicht auf die Wahrheit aus Streitgesprächen siegreich hervorzugehen. Dieser Einstellung folge ich nicht uneingeschränkt, dennoch ist es nützlich, diese Kunstgriffe zu kennen, um gewappnet zu sein, wenn ein Mensch sie anzuwenden versucht.

Gespräch

Beim Gespräch, einer Form des Miteinander-Sprechens, geht es nicht ausschließlich um Informationsübermittlung. Es geht auch nicht darum eigene Ideen dem Anderen gegen seinen Willen in den Kopf zu pflanzen. Es geht darum sich gegenseitig zu verstehen. Sprache transportiert nicht nur Informationen. "Was sich in der Sprache ausdrückt, können wir nicht durch sie ausdrücken" schrieb Wittgenstein (TLP4.121). Schulz von Thun wies in seinem Kommunikationsquadrat auf diese Eigenart der Sprache hin. Und Milton Erickson nutzte erfolgreich eine eigene Sprache: Die Milton Erickson-Sprache.

Gespräch ist eine Begegnung von Menschen mit unterschiedlichen Deutungsmustern, Haltungen und Gewohnheiten. Menschen tauschen sich nicht nur über Sachverhalte aus (s.o.). Menschen verwandeln die Tatsachen und geben ihnen eine andere Form und Gestalt. Menschen ziehen unterschiedliche Schlüsse aus den Aussagen, die den Sprecher oftmals überraschen und neue Gedankengänge öffnen können. Ein Gespräch mischt nicht nur die Karten neu, ein Gespräch bringt auch andere Karten ins Spiel. Das vermag wie zusammenschlagende Feuersteine einen Funken zu erzeugen, der die beteiligten Menschen leidenschaftlich zu entzünden vermag. Explosionen und Revolutionen können folgen. Doch meist verglimmt der Funke, weil Gewohnheit und funktional geführte Gespräche dem Feuer den Sauerstoff nehmen.

Welches Klima fördert ein Gespräch, das den Funken entflammt?
Wie können Sie ein neues Gespräch beginnen, das ihre Mitarbeiter oder den anderen Menschen reicher und wertvoller macht?
Gibt es jenseits der formalen Sprache - eine Sprache der Wertschätzung, die uns hilft, einander mit mehr Wertschätzung zu begegnen?

Weit entfernt scheinen in vielen Gesprächen die Haltungen zu sein, die Menschen für ein Gespräch zu öffnen vermögen. Eine Atmosphäre, die versucht, nicht wertend zu verstehen.

Was könnte der Gewinn für die Führungskraft, ein Team, eine Abteilung, einen einzelnen Menschen oder eine Kundenbeziehung sein, zündende Gespräche zu führen?
Wie sähe eine Gesprächsweise aus, die mehr Mut gibt, zu mehr eigenem Denken anregt und zur eigenen Entscheidung führt?
Ist ein Gespräch dann erfolgreich, wenn es genau nach Plan verläuft?
Ist es möglich ein Gespräch zu führen, wenn der Gesprächspartner immer recht hat?

Eine andere Gesprächsweise

Muss man gesprächig sein und die Gabe haben, sich unterhalten zu können?

Ich bin nicht überzeugt, dass die Fähigkeit miteinander sprechen zu können, nur erbbedingt sei. Welch eine eingeschränkter Deutungsrahmen verbirgt sich bei einem so denkenden Menschen?

Menschen sind soziale Wesen. Menschen sind darauf angelegt, miteinander in Beziehung zu treten. Menschen brauchen ein Gegenüber: der Introvertierte oder der Einsiedler ebenso wie der schweigsame oder der schüchterne Mensch. (Näheres siehe bei Joachim Bauer, Richard Sennet, Martin Buber, Steindl-Rast, ...)

Ein Gespräch führen zu können, bedeutet nicht gesprächig oder besonders belesen zu sein. Man trifft Menschen, die allein beim Zuhörer etwas auslösen, wie es Michael Ende in seinem Roman "Momo" beschrieben hat. Oftmals vermögen ganz normale Menschen, die den Mut gefunden haben, mit einer Aussage hervorzutreten, andere Personen zu verzaubern. Es gibt allerdings Unaussprechliches. Dies zeigt sich, es ist das Mystische. (TLP 6.522)

Die Führungskraft muss es gelingen, den MitarbeiternInnen einen Gesprächsraum zu schaffen, der Menschen ihre Zurückhaltung und ihr Zögern vergessen lässt. Dieser Raum muss "waches Hören" ermöglichen. Dieser Hörvorgang ist ein schöpferischer Akt.
Weshalb versäumen so viele Menschen in Führungspositionen, die Macht und Autorität haben, Mitarbeiter anzuregen und den eigenen Kopf und die eigene Zunge zu gebrauchen?
Schrumpft die Produktion, wenn sie nicht durch Reden genährt wird?

Allzu gern spielen Menschen in Unternehmen ein Spiel formaler Höflichkeit, dessen Ziel ist, sich selbst abzusichern (s.o. Minne). So wird manches Spiel ein linkisches und fassadenhaftes. Die Zuwendung im Gespräch ist lediglich eine vorgetäuschte. Es ist wie in manchem Theaterstück, wo Menschen reden, aber dennoch nichts sagen können.

Neue Richtung

Wie müsste ein Gespräch aussehen, das Beziehungen eine neue Richtung gäbe?
Theodor Zeldin stellt die Frage, wie viele Beziehungen in Firmen in den letzten Monat gescheitert, gekündigt oder eskaliert sind, weil die Mitarbeiter sich beklagten, die Führungskräfte hätten nicht mit ihnen gesprochen?

Was hat es für einen Sinn, Führungskräfte auf ein Seminar zu schicken, wo sie Typisierung von Menschen lernen oder Methoden erfahren in den ersten Minuten zu bemerken, ob jemand lügt, Freund oder echter Kunde sei? Menschen wissen soviel darüber, wie etwas nicht funktioniert. Viel schwieriger scheint es zu zeigen, wie eine Interaktion gelingen kann, ganz ohne Arroganz, Naivität und Belehrsamkeit. Welche Felder zu bespielen sind, führt uns z.B. Schulz von Thun in seinem Kommunikationsquadrat vor Augen.

Im Gespräch, das verschiedene Ebenen beleuchtet, ergäbe sich eine neue Art des Miteinander. Viele Menschen denken darüber nach, was sein solle, was man vorhabe und meint es ja so gut. Doch meist denken Menschen nicht darüber, wie man redet und auf welchem Spielfeld der Ball gerade gespielt wird. Das ergäbe sich von allein, meinen viele, und übersehen, dass ein Gespräch nichts mit Kosmetik zu tun hat. Wieso habe ich den Eindruck, dass viele Gespräche nicht direkt sind?

Wie kann ich das, was ich denke auch aussprechen?

Wie oft begegne ich Menschen, die offen (neudeutsch: transparent) sein wollen, auch versuchen auf andere Menschen zuzugehen und dennoch scheitern, weil sie nicht stimmig sind.
Wie sähe ein Gesprächen aus, in dem weniger argumentiert und sich mehr miteinander unterhalten wird?
Manche Menschen brauchen oftmals ein Gefühl des Rechthabens, um zu beweisen, dass sie ebenbürtig sind. Das Ergebnis derartiger Gespräche ist meist beidseitige Erschöpfung und manchmal brennt auch auf einer Seite die Sicherung durch.

Kann ein gutes Gespräch unpersönlich sein?

Auch diese Frage impliziert, dass ein aktives und gutes Gespräch nur zwischen Persönlichkeiten satt findet.

Gespräche der Langeweile

Eine Führungskraft spricht regelmäßig mit Mitarbeitern über die Ziele und die Aufgaben. Es ist ein Frage-Antwort-Gespräch, das meist von taktischen Formulierungen geprägt ist. Es sind formale Gespräche, die diesen Rahmen auch nicht verlassen. Dabei heißt es, dass Kommunikation und Miteinander-Reden das Rückgrat von Management seien. Erinnern Sie Gespräche, die ausschließlich auf der Sachebene geführt wurden.

Sind die lohnenden und interessanten Gespräche die, die die meisten ausschließlich Informationen transportieren?

Was wäre, wenn Führungskräfte und Mitarbeiter öfter darüber nachdächten, was eine berufliche Beziehung ist bzw. sein könnte?
Wie könnten auch formale Arbeitsgespräche weniger Routine bedeuten und an Herausforderung gewinnen?

Berufliche Beziehungen können von unterschiedlicher Nationalität, sozialer Zugehörigkeit, Wertvorstellung und unterschiedlichen Kenntnissen geprägt sein. Diese Richtungen sind nicht nur Hinstrebungen auf einen Punkt. Der gute Führungskraft versucht dieses Drifften zu verstehen und ihm eine Gestalt zu geben, die gemeinsames Arbeiten und Wirksamkeit ermöglicht.

Was wären Themen und Bilder, die Ihren Gesprächen eine neue Richtung geben können, Spaß machen und spannend für alle am Projekt Beteiligten sind?

Gespäch am Arbeitsplatz

Es liegt an jedem Menschen zu entscheiden, welche Art von Gesprächen er mit Menschen führen will. Doch wird unsere Arbeit davon geprägt, wie diese Menschen in der Arbeit reden: miteinander, rechthaberisch hierarchisch, empathisch, wertschätzend, formal.... Soll die Institution oder das Unternehmen lediglich funktionieren, wird die Kommunikation einer Maschine ähneln. Das Gespräch folgt einem exakten Ablaufplan.

Landete Napoleon nicht im Waterloo, weil er strikt seinem Plan folgt und keine Abweichung von der Strategie zugelassen hat?

Viele Führungskräfte scheinen nur zu wissen, wie man Probleme löst, zeigen eine hohe fachliche Kompetenz und spulen funktionale Gesprächsabläufe ab. Sie haben gelernt, im Gespräch Blickkontakt zu halten, obwohl ihr Blick leer scheint und die Gedanken zum Beispiel schon beim nächsten Meeting sind. Fragen streut man ein, um ein gewisses Interesse vorzuspielen, obwohl das "Herz" außen vor bleibt. Emotionalität beschränkt sich häufig auf phatische Fragen der Kommunikation: "Wie geht es Ihnen", dies soll den Anschein von Empathie wecken.
Nimmt es da Wunder, dass viele Menschen in Unternehmen sprechen, als wären sie ein Sprachroboter.

Wieso fühlen sich viele Menschen beim Gespräch mit Vorgesetzten klein?

Ein gutes Gespräch führen zu können, wird zum Qualitätskriterium unserer persönlichen Beziehungen und nimmt im Management eine zentrale Rolle ein. Ein gutes Gespräch kann Sicherheit vermitteln, Anregen, Motivieren die Routine zu verlassen und so die Wirksamkeit im Unternehmen stärken. Da wirkt es befremdlich, dass dem Gespräch in der Arbeit so wenig Zeit eingeräumt wird. Zwar schicken manche Unternehmen MitarbeiterInnen auch einmal auf ein Kommunikationsseminar, doch die meisten beschränken sich auf den funktionalen Rahmen. Die tieferen Ebenen bleibt außen vor.

Welche Einstellung könnte einen Boden für gute Gespräche am Arbeitsplatz sein?
Wie sähe ein gutes Gespräch (im Unternehmen) aus, das Ihr Leben bereichert?
Wie könnten Sie Achtsamkeit in einem Gespräch zum Ausdruck bringen?

Mögen auch derzeit die Medien die Neugier eher beflügeln, indem sie uns mit Information überhäufen, so können wir im Gespräch die Spielfelder entdecken, wo wir miteinander spielen können, ohne an den Informationen zu ersticken.

Was wäre, wenn Sie eine Information des Gesprächs nicht daran messen, was Sie wissen, wenn Sie diese erhalten, sondern daran, was man herausfindet, wenn man sie erhält?

Harmonie

Sprechen mit anderen Menschen bedeutet, Dissonanzen zu bemerken und sich auseinanderzusetzen. Konsens entsteht nicht im Abnicken und tolerieren von dem, was Ihr Gegenüber ausspricht. Konsens anzustreben bedeutet eine gegenseitige Annäherung zu suchen. Wo es nicht gelingt, ist die andere Meinung zu respektieren. Ein Kompromiss ist (emotional) kalt. Meist ist er durch Mehrheitswahl entstanden, das für die nicht berücksichtigten Betroffenen einen faden Beigeschmack hat. Bei einem gefundenen Konsens brennen die Menschen, schreibt Karl Popper und verweist als Beispiel für einen Komrpomiss auf den Kalten Krieg vergangener Jahre.

Harmonie bedingt, dass es auch den Gegenpol Disharmonie gibt. Aus dem Wechselspiel der beiden Pole entwickelt sich eine gute Symphonie.

Was wäre, wenn Sie in das Oszillieren zwischen den Polen einsteigen und sich von dem Spannungsfeld energetisieren lassen?
Wo ist die Vereinbarkeit übersehen worden?
Handelt es sich um einen. Scheingegensatz?
Was wäre eine paradoxe Verbindung?
Wie steht es um die Mehrdeutigkeit?

Worum könnte es noch gehen satt um richtig oder falsch?
Wie wäre es, im Gespräch einmal die beispielhaft aufgezählten Fragen aufzunehmen?

Eine Möglichkeit, um zu balancieren zeigt uns S.von Thun mit seinem Wertequadrat-Modell auf. Es richtet den Blick auf die Spielfelder daziwschen und vermag einem Gespräch interessante Wendungen geben und neue Spielfelder zu öffnen.

Nachwort

Die nichttrivialen Fragen im Text sollen Sie reizen und anregen, Ihre Gesprächskultur zu überdenken. Die blau unterlegten Wörter weisen auf weitere Blogs zum Thema Kommunikation hin.
Nur über Kommunikation können Sie mitteilen, was draußen vor der Tür und drinnen im Kopf sich abspielt. Sprechen Sie, Sprechen Sie von Herzen.

Wollen Sie weiter in den Fundus der Möglichkeiten eintauchen, die ein Gespräcch ermöglicht: Kontakt mit Wolfgang Schneider