Gelassen denken

von | Jan. 22, 2026 | Führung, Persönlichkeit, Selbstmanagement

Gelassen denken, sei ein Aufruf, sich von den Fesseln der allgegenwärtigen „Bevormunder“ zu befreien, wobei der Mut darin liege, seinem Verstand zu vertrauen.

Überlebenstraining

Man sagt, der wird überleben, der den Mut aufbringt, neue Möglichkeiten zu denken und sich darin zurechtzufinden: in der Organisation, im Umgang miteinander, Wirtschaft (Markt), Gesellschaft und als Individuum (Vester).

Das widerstrebt einem großen Teil der Menschen, die sich lieber zeitlebens gerne bevormunden lassen, statt den Schritt aus der Unmündigkeit zu wagen. Es ist mitunter beschwerlich, sich der Prinzipien und Vorurteile zu entledigen, die heute in Medien oder von Personen in der Öffentlichkeit vorgegaukelt werden.

  • Was sind ihre Prinzipien, Vorurteile und Denkgewohnheiten?
  • Was tun Sie für Ihre körperliche und geistige Beweglichkeit?
  • Ist KI so populär, weil Menschen das Denken verlernt haben?

Weshalb mutiges Denken  wichtig ist

Elena Esposito schrieb: Wer heute nicht in der Lage ist, sich im Bereich der Möglichkeiten (Fiktionen) zurechtzufinden, verfügt nicht wirklich über soziale und kommunikative Kompetenz. 

Diese Menschen leben in einer Welt von Annahmen und Filtern, die durch die Vergangenheit geprägt und durch das bisherige Leben gelernt wurden. In einer medialen Welt verdichten sich die Annahmen zu scheinbar festen Gebilden. Diese vermitteln den Menschen ein Gefühl von Ordnung und trügerischer Sicherheit. Diese platzen unvermittelt wie die Blasen im Schaum. So greifen diese Menschen in einen Schaum (Sloterdijk) und halten alles und dennoch nichts in den Händen.

  • Wie wäre es, Sie änderten ihr Denken selbst, als laufend zu versuchen, sich oder die Welt verändern zu wollen oder ihr Denken an die KI auszulagern?

Denken zu ändern, bedarf des Mutes. Es bedarf eines Vertrauens in sich und in die Welt verortet zu sein und den weiteren Schritt zu wagen.

Den Blick weiten

Menschen, die den Blick auf Funktionsweisen der eigenen Persönlichkeit, der Gesellschaft, der Wirtschaft oder widersprüchlichen Welt lenken, werden eher Freiheiten entdecken.

Dieser erweiterte Blick ermöglicht, in der Lage zu sein, Instabilität, Unordnung und Brüche Emergenz und/ oder Autopoiesie zuzulassen. Das bedeute nicht, im Namen des Fortschritts, die Augen vor dem Schmerz, den Veränderungen mit sich bringen zu verschließen (Daron Acemoglu, Simon Johnson).

  • Haben Sie den Mut, den Blick zu weiten?
  • Haben Sie den Mut, anders zu denken, auch entgegen gängiger Meinungen?

    „Ich habe Recht“

    Die Rechthaberischen haben nicht begriffen, dass jede Entdeckung eine Einladung zu weiteren Entdeckungen ist, dass ein missglücktes Experiment nicht bedeute, es gäbe keine Antwort, sondern nur, dass die Frage falsch gestellt war. (Eine intime Geschichte der Menschheit; Über die Kunst des Lebens, S.322, Theodore Zeldin).

    • Helfen Lebensläufe von sogenannten erfolgreichen Menschen, neue Ideen für die Zukunft zu entdecken?
    • Wie können Sie Unterschiede beibehalten und dennoch nach Gemeinsamkeiten suchen?
    • Reicht es aus, Wörter einfach umzubennen, ohne die innere Haltung zu verändern, wie es manch ein Erfolgstrainer behauptet?
    • Was sind ihre Annahmen, die Sie ängstlich werden lassen?

    „Copy and Paste“

    Die sich überwiegend selbstdarstellenden Erfolgreichen, werden nicht erreicht, weil der dahin Strebende noch auf der Stufe des „Copy and Paste“ verweilt. Man versucht das Unwahrscheinliche – die Vollkommenheit eines Modells – über ein Regelwerk nachzuvollziehen. Dieses regelbasierte Nachmachen (Modellieren), erfasst den Kern des „So-tun-als-ob“ nicht (Hans Vahinger). Das von mir gemeinte „als ob“, bringt die Unbestimmtheit zum Ausdruck, nicht die Illusion, in der viele Menschen leben (Francois Jullien, Silke Seemann). Es ergänzt das Modell, um die individuellen Vorgaben.

    • Wie gestalte sich ihr Leben, so Sie die Verantwortung übernähmen?

    Be-sinnlich Denken

    Weshalb sind Menschen allzuleicht gedanken-los? Gedankenlosigkeit ist in der heutigen Welt omnipräsent. Mensachen bevorzugen den schnellsten und billigsten Weg zur Erkenntnis, um es einen Nu später schon wieder vergessen zu haben. Ein (Zoom-)Meeting jagt das andere. Und dabei werden die Menschen gedankenloser und gedankenärmer.

    In dieser Gedankenlosigkeit lassen wir die Denkfähigkeit brach liegen und sehen nicht, dass die Brache  ein Grund für Wachstum ist.

    • Kann auf einer (KI-)Autobahn be-sinnliches Denken wachsen, so sie nie brach liegen kann?
    • Flieht der Mensch auf dieser Autobahn nicht dem Denken?

    Menschen errechnen vieles. Sie errechnen Fortschritt und Pläne und es beleibt auch ein Rechnen, wenn es nicht in Zahlen erfolgt, es kalkuliert: mit aussichtsreichen und billigeren Möglichkeiten. Dieses Denken hält nie still, es optimiert und steigert laufend Leistung und kommt nie zur Besinnung.

    Dieses rechnende Denken ist kein Denken, das dem Sinn nachdenkt, der in allem waltet, was ist.

    Gelassen Denken

    Gelassen Denken‘ meint, rechnend und be-sinnlich Denken.  Fundament sei das Nachdenken. Das schenkt dem Menschen Gelassenheit; in einer Welt der Turbulenzen und Antifragilität. Der Mensch vermag es, weil er ein denkendes und be-sinnendes Wesen ist.

    • Sind Sie mehr ein Restaurator, dem die Wiederherstellung eines Erfolgsbildes der Vergangenheit entspricht oder sind Sie eher ein freier Geist, der aus dem Berstehenden als Ausgangspunkt, Neues versucht?
    • Speist sich ihre Kreativität ausschließlich aus der monotonen Weitergabe von Vergangenem („Retro“-Denkweisen)?
    • Wie können Sie getrennt Gedachtes zusammen denken?

    Spielen

    Diese (so mutigen) Menschen spielen ein herausforderndes Spiel. Diese Menschen haben verstanden, dass im Spiel sich einzigartige Phänome zeigen. Das Spiel ist solange spielbar, als seine Elemente der Autopoiesis und des Unberechenbaren beibehalten werden. Ist die Abfolge bekannt, dann handelt es sich um ein Ritual, das sture Befolgen von Regeln (G.Bateson).

    • Was sind in ihrer Welt die beruflichen und privaten Rituale und Regeln?
    • Welche Weise zu kommunizieren ist geeignet, damit sich ein freiheitliches Denken materialisiert?

    Spielwiesen

    Manche Spieler betrachten das Spielfeld aus einer Metaposition und erkennen so die Spielzüge und nehmen auch weitere Spielfelder im Umfeld wahr. Doch die Spielerbetrachter wissen, wann sie selbst aufs Spielfeld zu gehen haben, um zu spielen.

    Gute Spieler berichten, dass mit dem Spielbeginn, die Angst schwindet. Sie fühlen sich in einem Bewusstseinszustand, der mit Flow (Csíkszentmihályi, Harmut Rosa) beschrieben wird: das Spiel läuft. Es spielt. 

    Freiheit

    Freiheit bedingt Mut. „Freiheit“ bezeichne, als personales Merkmal verstanden, die Fähigkeit, sein Leben selbstverantwortet zu gestalten. „Das bedeutet sein eigenes Leben leben, nicht  das, das die anderen von dir verlangen“ (Heinz von Foerster). „Das bringt mit sich, dass man die Verantwortung für das, was man denkt, selbst übernehmen muss „(Ernst von Glasersfeld). Und es schenkt Gelassenheit.

    • Wie veränderte dieses Freiheitsbild, ihr Leben?
    • Was geschähe, so Sie nur an sich denken?
    • Welche Möglichkeiten ergäben ein gemeinsames Denken?

    Stolpersteine

    Menschliches Denken bei Planung  wird oft

    • als lineare Fortsetzung der Vergangenheit beschrieben,
    • auf formale Strukturen und Techniken als Allheilmittel ausgerichtet und
    • in Polarisierungen (z.B: gut-böse; richtig-falsch) gedacht.

    Das sei ein großes Missverständnis, erinnert Dietrich Dörner in „Die Logik des Misslingens“:

    Reflexionen:

    • Was wäre der Preis, wenn Sie ihre Freiheit erweitern?
    • Was wäre ein Zuviel der Freiheit?

    Leerer Raum

    Es gilt den Kopf frei zu machen (Heinz von Foerster, ‚Lethologie‘), die Wahrnehmung zu sensibilisieren, um die Umwelt, die Optionen und Energien zu erspüren. „Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann“, schreibt Francis Picabia in Aphorismen „391“ und fährt fort: „Blick in die Ferne, blick nicht zurück; es ist Unsinn immer die Gründe kennen zu wollen“.

    Nicht alle Wendepunkte bedeuten Beweglichkeit und Freiheit. Betrachten Sie den Lauf des Tigers in seinem Käfig. Er hat 50 oder mehr Wendepunkte am Tag. Dennoch ist der Raum, der die Beweglichkeit ermöglicht, begrenzt.

    • Zwischen welchen Wendepunkten pendeln Sie hin und her?
    • Wie sähe ihr persönlicher Freiheitsraum jenseits der Umkehrpunkte aus (erweiterter Raum)?

    Geordnetes Denken

    Es gilt ein Denken des Reifens zu entwickeln, an Stelle von Theatralisieren einer (Pseudo)-Wirkung und Zementierung von Zuständen. Wenn wir von freiheitlichem Denken sprechen, meinen wir oft etwas Anderes. Wir erinnern meist wissenschaftliche Strukturen, Theorien, Animositäten usw. und entfernen uns eher von dem, was geordnetes Denken meint.

    • Weshalb wird Sokrates‘ Denken als ungeordneten Denken bezeichnet?
    • Welche Möglichkeiten ergäben sich, statt Entweder-oder eine Haltung des Sowohl-als-auch einzunehmen?

    Dirk Baecker stellt fest, dass wir die Hoffnung aufgeben müssen, dass Dinge sind, wie sie sind.

    Neues Wissen

    Neues Wissen entsteht überwiegend im ….. gemeinsamen Denken. Es entzündet sich an Grenzen in Diskussionen, sagt Silke Seemann und fährt fort, dass der Kern des Spielens, die Kommunikation sei. Handlungen (Operationen) begleiten immer Kommunikation in Form von Reflexion (Re-enrty). Kommunikationen sind das, was Organisationen und soziale Gemeinschaften am Leben erhält. 

    Wenn die Kommunikationsangebote der Menschen nicht anschlussfähig sind, bedeutet das, dass eine (ökonomische wie private) Organisation aufhört zu bestehen (Luhmann).

    • Welche Gesprächsarten fallen Ihnen ein, das gemeinsame Denken im Gespräch zu fördern?
    • Macht es Freude mit jemandem zu reden, der immer Recht hat?

    Kommunikation erscheint grundlegend, das das Gedachte über die Sprache zur Welt kommt. Fehlt der Ausdruck in Wortenm, wird der Gedanke nicht geboren.

    Inwendig lernen

    Es scheint vor diesem Hintergrund immer wieder erstaunlich, dass viele Unternehmen und Menschen vermeinen mit trivialen und simplifizierenden Kommunikations-Regeln nach dem Muster „Man-nehme“, zu mutigem Denken in komplexen Welten anleiten zu können. Heute wird dieses Muster duch anklicken der KI-App erweitert.

    Die Trivial-Konzepte greifen, wenn überhaupt, nur kurzfristig. Der Mensch muss nicht vorgebetete Regeln auswendig lernen, er muss inwendig lernen, schreibt Jürgen Kaube in Hegels Welt. Nur so vermag der Mensch zu erfahren und die wesentlichen Stellschrauben zu erkennen oder zu wissen, wann es besser sei, sich lediglich durchzuwursteln („muddling through“). Ob das KI und in welcher Tiefe vermag, sei dahingestellt. Sinn erfassen und sich der „Wesenheit“ zu nähern, scheint mir eine andere Weise des Denkens; losgelöst von dem Informationsprimat.

    Materialisierung der Unbeweglichkeit

    In schlechten Erfolgszahlen materialisiert sich als finanzieller Rückschritt solch triviales Verständnis von vernachlässigtem mutigen Denken. Oftmals verharren Unternehmen-Kunden-Gesellschaft-Beziehungen in angehäuften (toten) Stammdaten.

    • Beweglichkeit und Freiheit im Denken wagen als Wagniskapital für schnelleres Wachstum?
    • Was bedeutete es, wenn Sie die Stammdatenanlayse als rechnendes Denken der KI überließen?

      Mut „auf Teufel komm raus“

      Ein Zuviel des Mutes ohne be-sinnendes Denken führt zu einem Handeln außerhalb der personalen Mitte. Bert Brecht führt in dem Theaterstück Mutter Courage eindruckssvoll mögliche Folgen vor die Augen.

      • Welche „Kinder“ opfern Sie?
      • Was ist das größere Ganze, das ihrem Da-sein Sinn gäbe?

        Und zum Schluss

        • Wie gestaltet man eine Kultur, die den Menschen Mut macht, und auch be-sinnliches  denken ermöglicht?

        Hat der vielfarbige Strauß zitierter Autoren und  ausgewählter Gedanken Sie erregt, ist mein Ziel erreicht. Es bedarf des Mutes, das Eine im Anderen, das Andere im Einen, Beides oder keines von Beiden zu denken (Varga von Kibed). Mit Gelassenheit vermag vieles zu gelingen. Es gewinnt der, der Mitspielt.

        Nur Mut!

        Es darf Spaß machen!

         

         

         

         

         

        Damit Leben gelingt

        "Wo Licht ist, sei auch Schatten," verkündet eine Volksweisheit. Über Lebenswissen Glückendes Leben bedeute auch, dass der positiv eingestellte Mensch, um seine Unvollkommenheit weiß. Er verliert sich nicht in einer Welt  "rosaroter" Illusionen. Der optimistische...

        Über Kommunikationsstörungen

        Das Wissen um Kommunikationsstörungen, vermag Sie vor mancher Ungereimtheit bewahren und ein sinnvolles Miteinander fördern

        Selbstwert

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        Dialog, miteinander Denken, um sich im Gespräch zu begegnen und gemeinsames Verstehen zu fördern. Es ist mehr als nur Informationsvermittlung.

        Manipulieren

        Sinn der Gedanken zur Manipulation ist, Sie zu sensibilisieren, um nicht durch andere Menschen manipuliert zu werden.

        Werte

        Wissen Sie, was Ihnen besonders wertvoll im Leben ist?? Wertorientierung  Werte seien Orientierungsmarken (points of direction), die menschliches Verhalten (behavior) ähnlich den Lebensprinzipien (pincilples of life) steuern.  Sie helfen dem Menschen innere „Tiefe“...

        Mut ist ein Schlüsselfaktor

        Ohne Mut, können Sie nicht aktiv kommunizieren und spontan agieren. Ein selbstverantwortetes, moralisches und sittliches Leben ist erst möglich, wenn Haltung, Ausstrahlung und klare Ansagen jenseits "biedermeierischem Gedankenfurze" in sozialen Medien gezeigt werden....

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