Glücklich sein

von | Jan 14, 2021 | Selbstmanagement

„Die Welt des Glücklichen ist eine andere als die des Unglücklichen.“

Wenn dem so sei, wie Wittgenstein schrieb, und Menschen grundsätzlich Glück als lohnendes Ziel anstreben, möchte ich mit einigen ausgewählten Gedanken, Sie anregen, über ihr Glück nachzudenken und es vielleicht sogar zu befeuern.

Vielfalt

Menschen sind vielfältig und so ist auch das Empfinden des Glücklich-Seins vielfältig. Wer meint, für das Glück triviale Regeln ableiten zu können, die für jeden Menschen passen, der täuscht sich selbst. 

„Jeder ist seines  Glückes Schmied, doch nicht jeder Schmied ist glücklich.“

Streben nach Glück bedeutet, ein gelingendes und ein erfülltes Leben anzustreben. Das bedeutet auch, an sich selbst glauben und in sich vertrauen zu können.

Es sind viele Facetten und Phänomene, doch sicher ist es keine Jagd nach äußeren Dingen. Glück gelingt kaum in der Rushhour des Lebens, das dominiert wird von Anforderungen des Steigerungsspiels und ewigen To-do-Listen.

Work-Life-Balance

Der Begriff Work-Life-Balance unterscheidet: hier Work, dort Life.

Richard Sennet und Georg Simmel haben es deutlich herausgearbeitet. Menschen werden dann mit Glück erfüllt, wenn sie ihre tätigkeitsbestimmenden Endzweck in sich selbst tragen: Dann erleben sie Glück und Freude und erleben das Tun als ungemein befriedigend. Das Produkt Geld als Ergebnis des Bemühens wird lediglich eine sekundäre Befriedigung auslösen, weil es lediglich die „Weltreichweite“ (Hartmut Rosa) vergrößert, doch nicht die Liebe der ausgeführten Tätigkeit selbst.

  • Wie wäre es Work und Life zusammenzudenken?
  • Oder bezöge sich Life nur a für die Arbeit?
  • Ist es nicht immer ein und derselbe Mensche?

Der innere Weg

Der Weg zum Glück führt nur über das persönliche Innen, sagt Mihambo, Gold 2021 bei Olympia. Über fortwährendes Tun und Bemühen auf das Glück hin, führt der Weg über den Sinn und einen Handlungsgrund zum Glück (Ziel), meint auch Viktor Frankl.

Glücklich leben

„Glücklich leben, wollen alle, aber wenn es darum geht, zu durchschauen, was es ist, das glückliches Leben bewirkt, dann ist der Blick oftmals getrübt; und es scheint schwer, ein glückliches Leben zu erreichen.“ Je hastiger der Mensch zu ihm hineilt, umso weiter entfernt er sich vom Glück. „Wo dieser (Weg) in die entgegengesetzte Richtung führt, wird die Eile selbst zur Ursache noch größerer Entfernung,“ schrieb Seneca in De Beata Vita.

Glauben können

Das Glauben-Können ist eine Voraussetzung für ein glückendes und glückliches Leben. Und Glauben-Können meint, an sich selbst, wie auch an den Anderen und an etwas Übergeordnetes  glauben können. Erst im inneren Zusammenspiel der Strebungen vermag sich Glück zu zeigen, weil Sie den Sinn und den Grund für ihr Streben wahrnehmen.

Mut

Doch Glauben-Können setzt auch Vertrauen-können voraus. Und das bedingt wiederum Mut (ver-trauen).

Suche nach Glück

Bei der Suche nach dem Glück, beobachtete und befragte ich viele Menschen.  Glücklich schienen die Menschen zu sein, die auch gesund erschienen. Gesund im Sinn der Salutogenese bedeute der Mensch im Ganzen. Diese Menschen konnten auch von mystischen Erfahrungen, Gipfelerlebnissen, wie Maslow diese bezeichnet, erzählen.

Das sind Erfahungen wie große Ehrfurcht, Dankbarkeit, Augenblicke intensiver Verzückung, Ekstase oder ein Bewusstseinszustand wie Flow. Es waren Augenblicke reinen Glücks(-gefühls). Zweifel, Angst, Hemmungen, Spannungen, Schwächen werden in diesen Momenten zurückgelassen, schreibt A.H.Maslow und fährt fort, es sei wie ein plötzliches Stolpern in den Himmel.

Heilige Erfahrungen

Diese Phänomene las ich in Schilderungen ‚heiliger‘ Menschen. Das hat nichts mit Halluzinationen oder trivialreligiösen Wunder- und Visionsvorstellungen zu tun, wie Theresa von Avila zum Beispiel beschrieben hat.

Es sind Augenblicke der Einsicht, „Erleuchtung“, des Einsseins und über das eigene Selbst hinausreichende Entdeckungen, die diese Gipfelerlebnisse hervorrufen und in einem unsäglichen Glück gipfeln.

Philo von Alexandria, Theresa von Avila, Meister Eckhardt, Tauler, die Bhagavad Gita, Aldous Huxley oder Beschreibungen des „samadhi“ bzw.„satori“ aus dem Bereich Yoga erzählen davon.

Was bringt’s?

Diese Glückserfahrungen helfen dem Menschen selbst und können bewirken, dass wir lernen, auch beim anderen zu sehen, was bei ihm das Gefühl höchster Zufriedenheit auszulösen vermag.

Das ist möglich, weil die Erfahrungen von Glück in ihrer Struktur sehr ähnlich sind; gleich, ob das Gefühl die Entdeckung eines Naturwissenschaftlers ist, ein geleistetes Sportergebnis, ein ergreifendes Konzert, ein Geschäftsabschluss oder ein Resonanzgefühl in einer Beziehung.

Loslassen

Maslow meint, es ist eine Art Passivität, ein Vertrauen eine taoistische Haltung des Gewährenlassens ohne Störung oder Eingriff. Man muss in der Lage sein, Stolz, Wille, Macht, Steuerung, Kontrolle aufzugeben. Man muss in der Lage sein sich zu entspannen und es passieren zu lassen.

Ein spanischer Mystiker, Miguel de Osuna schrieb im 16. Jahrh.: Es ist wie beim Siegelwachs. Man muss es erweichen, damit der Eindruck (des Siegels) erfolgen kann.

Muster

Betrachten Sie Ihr Leben.

  • Welche Steinchen wirbelt es in Ihrem Lebens-Kaleidoskop derzeit durcheinander?
  • Wer oder was ist das anstoßende Moment des Glücks?
  • Wo erlebten und erleben Sie Glücksmomente?
  • Was ist ihre persönliche Erwartungsbelohnung, die auf ihr Verhalten folgt?

Lockersein

Menschen kommen oftmals nur mit „lockerem Denken“ und Humor den Treibern des Glücks auf die Schliche. Graf Dürckheim formulierte, um einen Weg zum eigenen Glück zu finden:

  • Zulassen,
  • Einlassen und
  • Niederlassen.

Dass die Anfangsbuchstaben ZEN ergeben, sei kein Zufall.

Logik des Glücks

Wittgenstein konstatierte, die Welt des Glücklichen sei eine andere, als die des Glücklichen. So kann Unglück kein falsches Glück sein. Es gibt zwischen beiden keine Schnittmenge.

Fokus

Tun sich deshalb Menschen so schwer, Glück zu finden, weil sie ihren Fokus überwiegend auf die unglücklichen Ergebnisse richten?

Eine (Fehler-Unglück)-Sichtweise üben Menschen seit ihrer Kindheit und Schulzeit ein:

Suchen Sie immer erst den Fehler, sehen das Unglück oder brauchen erst einen Leidensdruck (Schmerz), der eine Umkehr ermöglicht?

Die so geprägten Menschen haben oft auch in glücklichen Zeiten das Gefühl, dass „etwas fehlt“ und geben sich dem Aberglauben hin, dass Glück zwangsläufig gleichermaßen eine Qual des Glücklichseins verursache.

  • Können Sie Glück einfach nur geschehen lassen und genießen?

Freiheit der Unterscheidung

Die Begriffe  Glück und Unglück bestimmen einen Unterschied und es gibt keine Schnittmenge (s.o.). Diese Betrachtung weist auf ein Entweder-Oder von Unglück und Glück. Das eine oder das andere kann gegeben sein. Der Mensch entscheidet selbst, ob die persönliche Welt glücklich oder unglücklich ist.

Zum Glücklichsein geboren?

Alle Menschen wollen glücklich sein, schrieb Aristoteles in seiner Nikomachischen Ethik.

  • Ist es möglich mit einem Menschen ein glückliches Gespräch zu führen, wenn der oder die Andere immer Recht hat?
  • Fühlen Sie sich in Gesprächen wohl, wenn sie sich klein vorkommen?

Geduld

Einer meiner spirituellen Lehrerinnen erinnerte mich, Glück zu finden, bedeute Geduld und Beharrungsvermögen mitzubringen.

Geduld erreicht alles, schrieb Theresa von Avila.

Leistungsprimate können schnelle Erfolge zeitigen, doch das meint ein anderes Glück. Es ist nicht das innere Gipfelerlebnis, das Maslow beschreibt. Glück ist leise und innwändig. Glück fällt zu (Frankl s.o.). Glück kann nicht verordnet werden. Sie können auf dem Weg zum Glück nichts falsch machen.

Imperative auf dem Weg zum Glück:

  • Du musst dich selbst vorbereiten!
  • Du musst Verantwortung selbst übernehmen!
  • Du musst den glücklichen Augenblicken einen Raum geben.

Da meint wieder Seneca: ..“wir sollen nicht wie das Vieh der Herde der Vorausziehenden folgen...“ Es ist Ihr eigenes höchst persönliches Glück. Sie treffen Ihre Entscheidung: „Machen Sie Ihr Ding- Jetzt!

Glück und Erfolg

Erfolgreich sein, gilt in unserer heutigen Leistungsgesellschaft mit als eins der schönsten Attribute. Können Menschen Glück und Erfolg zusammendenken?

Folgen wir Viktor Frankl, der sagt, dass Erfolg das Ergebnis aus Bemühen und Glück sei. Dazu ist ein richtungsorientiertes Handeln wesentlich. Zielgerichtet bedeutet für eine Handlung, dass der Mensch eine Ausrichtung habe. Gepaart ist das Tun mit Blick auf das Ziel mit dem Wissen, er könne es selbst erledigen, es ist auch erreichbar und er findet das Handeln  auch sinnvoll (Antonowsky).

Bei Frankl bedeutet erfolgreich handeln, dass durch das Tun der Zufall abnimmt. Je mehr der Mensch sich eigenverantwortlich in Richtung Glück (Ziel) bewegt. 

Eigenverantwortlichkeit

Allein der einzelne Mensch kann die Erfolgsortung bewirken. In einer zweiten Betrachtung kann der Mensch das Glück nur anbahnen, indem er in die Richtung Glück weiter handelt. Dabei sei Glück hier synonym für Erfolg gesehen, weil es in dieser Abhandlung um den erfüllenden Erfolg geht, der innerlich berührt.

Menschen kommen nur zum selbstverantworteten Handeln, wenn sie einen Grund zu ihrem Tun erkennen. Damit wird die Gefahr minimiert, dass Menschen vom Erfolg besessen werden und ihr Verhalten in Überheblichkeit mündet. Der glücksvolle Erfolg geschieht als Folge des Grundes (Viktor Frankl, Alfried Längle).

Gunst der Stunde

Notwendig bewirken kann ein Mensch das Glück nicht (Insuffizienz der Glücksrealisierung). Es bedarf der „Gunst der Stunde“, damit Es „glücken“ kann. Die Griechen erkannten die Wichtigkeit dieses Phänomens und schufen dafür einen eigenen Gott: Kairos. Er packt die „Gelegenheit zur rechten Zeit am Schopfe.“ Ein spiritueller Mensch nennt das vielleicht Vorsehung oder Gnade.

Bemühen

Glück, im Sinn von Glücklichsein, werden Menschen bei Erfolg nur empfinden, wenn das Bemühen aus der Hand des Menschen selbst voranging. Wenn jemand den Goldschatz ohne Suchen findet, hat er keinen Erfolg, sondern eben nur Zufall. Es ist wird zur Schatzsuche am Ende eines Regenbogens.

Reflektion

Wird Glück und Erfolg nur miteinander identifiziert, so wird Glück zum Handlungsmaßstab und zum Handlungsziel im Rahmen des institutionell und rituell Möglichen gemacht. Menschen werden zu Systemangepassten einer Institution. Nicht wenige Unternehmungen scheinen das anzustreben. Man macht die Mitarbeiter passend. Denn sonst wird der Mitarbeiter kaum dem vorgegebenen (Unternehmens-) Glück nacheifern.

  • Wird ihr Glück von aussen definiert?
  • Wenn Sie an erlebte Gipfelerlebnisse denken, was waren ihre Motive und Bedürfnisse dahinter?

Pessimistisch oder optimistisch

Wir handeln von einem glücklichen Leben und Lebensfreude. Leipniz bedauerte, dass bei Erwachsenen die Bereitschaft Neues zu entdecken, abstumpft. Leibniz wollte „das in Menschen schlummernde Kind (wieder)wecken“. In jedem Menschen sei eine andere Persönlichkeit, so vielfältig wie ein Garten voller Pflanzen, ein See voller Fische, die Luft voller Vögel. Er glaubt an die Freiheit, weil er über die Gegenwart in eine unendliche Zukunft sah. Sein Held, Harlekin, war vielseitig, schlau, immer auf der Suche. Leibniz sah auch die Tiefen eines Zuviel des Optimismus, der in Übertreibungen und Dekadenz verfällt. Optimismus ist eine Haltung, die zugibt, dass das Auge weiter zu sehen vermag, als die Arme jemals greifen können. So für den optimistischen Menschen immer  ein Hoffnungsschimmer. Ein Leben ohne Hoffnung ist für Leipniz nicht vorstellbar. Auch ein erfülltes Leben ohne Optimismus nicht.

Optimismus

Optimismus sei, schreibt Zeldin, das Bewusstsein, dass es außer Bosheit und Dummheit noch etwas anderes gäbe. Pessimismus sei Resignation, das menschliche Unvermögen, einen Ausweg zu finden; Hoffnungslosigkeit und Ohnmacht.

Weg zum Licht

Das ewige Auf und Ab von Optimsimus und Pessimismus ist durch Menschen selbst bestimmt. Das Glück ist nicht wie es Louis-Ferdinand Céline beschreibt eine Reise durch die Nacht. das ist der Pessimist.

Das optimistische  Weltbild ist eher vom Mut zu neuen Abenteuern und Spontaneität geprägt. Diese Menschen führen eher „ein Leben im Licht. 

Kritischer Intellekt

Optimisten zeichnet ein kritischer Intellekt aus. Diese Menschen bemerken die Verengung des Horizonts, sehen die Arroganz, die Heuchelei der Menschen, die unfähig sind, aus Fehlern zu lernen oder den Anderen auch mit seinen Fehlern und Andersartigkeit anzunehmen. Glücklichsein bedeutet nicht immerwährende Freizeit oder Paradiesvorstellungen wie sie Bruegel malte.

Es gibt keine Garantie auf das Glück und den Erfolg. Den glücklichen Menschen begleitet das Pech ein Leben lang. Der Optimist weiß das, und kennt die Haltestellen und Ruheplätze, wo er umsteigen kann oder sich ausruht, um neue Kraft zu tanken.

  • Wie sähe ein Gespräch über glückendes Leben aus, das Seelenverwandte führten?

„Glück auf!“

riefen die Bergleute und schossen im Korb hunderte Meter in die Tiefe. Dass für diese Menschen in tiefen Stollen das Glück oben ist, liegt nahe. Zwar finden Sie das Glück, arbeiten zu können in der Tiefe, doch ist ihr Glück zu Leben über Tage.

  • Wo orten Sie ihr Glück? 

Glücklich werden

Viele Menschen würden glücklicher, wenn sie sich die Zeit zur täglichen kurzen Reflexion gäben. Nur in der Ruhe ereignet sich die Intuition, die  einen Weg aufzeigt. Langsames Denken, öffnet  den Geist. In diesen Ruheräumen vermögen Gipfelerlebnisse zuzustoßen.

  • Wo sind ihre Ruheräume im Alltag?

Perspektive

Perspektiven zu sehen, sei die höchste Kunst, die ein Mensch lernen könne, schreibt Karathigi.

  • Was fühlten Sie, wenn Sie sich Zeit nähmen?
  • Was können andere Bewertungsmaßstäbe verändern?
  • Ist es erfolgversprechend, in ein Gespräch mit der Einstellung zu gehen, „ich habe Pech“?
  • Was sind ihre gewohnten Deutungsrahmen?

Das Leben ist eine Achterbahn

Glückendes Leben scheint kein Dauerzustand zu sein. Das Leben ist wie eine Achterbahn, meint Corssen. Glückendes Leben geht nicht zwangsweise mit dauerhaften Glückszuständen einher. „Wann immer du in Schwierigkeiten bist, bist du es, weil du das Walten der Natur vergißt. Du selbst schaffst dir dadurch Ängste und Begierden„. schrieb Epikur in seinen Fragmenten. Menschen haben des Glück in der Hand. So wie Menschen ihr Unglück konstruieren, so können sie aber auch eine glückliche Welt konstruieren.

  • Was könnten innere Trigger des Glücks in Ihrem Leben sein?
  • Wo sind die Turbulenzen in ihrem Leben, die Glück in Zukunft ermöglichen?

Zwei Wege zum Glück

In einem Büchlein beschreibt seine Heiligkeit, der Dalai Lama, zwei Wege, die Ursachen für Glück sein können:

  1. Der erste Weg ist äußerlich.
  2. Der zweite Weg bringt inneres Glück hervor.

Doch nicht jedes Glück ist gleich für ein glückendes Leben zweckdienlich. Äußeres Glück, dem das innere Glück als Fundament fehlt, wird nicht lange dauern. „Wie gewonnen, so zerronnen“, spricht der Volksmund. Menschen, die auf äußeres Glück bauen, nehmen wir meist als getrieben wahr. Dieses äußere Glück ist das ständige Weiterschreiten von einer Begierde zur nächsten (Hobbes). Sie sind vom Erfolg und Besitzenwollen besessen. Das Erfolgsglück frisst sie auf.

Glücksjäger

Diese Jagd nach dem Glück führt nicht zu Wohlsein und Sinn, sondern gebirt „notorisch unglückliche Menschen, die sich einsam, von Versagensängsten gequält, deprimiert, destruktiv, mitunter oft ungesund, abhängig“ fühlen, schrieb Erich Fromm. Es sind die Menschen, die am Montag schon den Freitag in der Arbeit herbeibeten.

Hans im Glück

Kennen Sie das Märchen Hans im Glück der Gebrüder Grimm?

Als Hans völlig befreit und von aller Last losgelöst, zurück zu seiner Mutter kommt, erkennt er das wahre Glück. Das zu erkennen war ein langer Weg über die Fremde. So verkehrt sich das Sprichwort: „Als das Glück zerronnen, es gewonnen“.

  • Wann haben Sie sich das letzte Mal Ruhe gegeben, um eigenen Gedanken Raum der Entwicklung zu geben?
  • Wann ist der rechte Zeitpunkt, wo die Zeit reif für Ihr neues Glück scheint?
  • Woran erkennen Sie, dass Ihnen Glück zugestoßen ist?
  • Mit was müssten Sie fertig werden, wenn Ihnen das Glück widerführe?
  • Was wäre ein Zuviel des Glückes?
  • Was würde eine gute Freundin oder ein Freund auf den Zettel Ihres chinesischen Glückskeckses schreiben?

Äußerer Blick

Es wird Zeit, dass wir uns auch bei der Suche nach Glück zumindest einiger der Barrieren entledigen, die uns daran hindern, diesem Streben näherzukommen und auch andere Menschen daran teilhaben zu lassen. Und David Bohm schrieb in seinen Betrachtungen zum Dialog:

….. Wir haben gelernt, hauptsächlich Wert auf explizite, äußere Ordnung zu legen, die durchaus nützlich für die Ziele ist, die wir gewöhnlich im Sinn haben– das Verdienen unseres Lebensunterhalts und dieses oder jenes zu tun. … Wir brauchen einen leeren Raum, zeitlich oder räumlich, wo nichts uns beschäftigt…., dann laden wir das Glück ein uns zu begegnen.

Glücksbremsen

Glück stößt zu. Jeder ist seines Glückes Schmied (s.o.), und doch ist nicht jeder Schmied glücklich.

  • Was wäre, wenn Ihre Frustration der Treibstoff sein könnte?
  • Was haben Sie noch nicht unternommen, um das Hindernis auf dem Weg zum Glück zu beseitigen?
  • Stimmt es, dass Sie von zu viel Glück Schlafstörungen bekommen?

Ambivalenz

„Wie kann ich dem helfen, was von alleine kommt?“ fragte Francois Julliens. Unsere technokratisch orientierte Welt steht dem ’sich treiben lassen‘, im Fluss schwimmen, scheinbar entgegen.

Westliche Menschen denken die Natur überwiegend betriebsam, entschlossen, willensbestimmt und sich Ziele setzend. Dem steht die Sichtweise im Sinn von Sun Tsu entgegen, menschliches Tun als Prozess natürlicher Werdung zu denken.

  • Was bedeutete es, wenn Sie ihren derzeitiges Tun als natürliche Werdung dächten?

Zusammendenken

Was geschähe, wenn Sie Polaritäten zusammendenken?

Ein Merkmal eines authentischen Menschen sei, auch das Dazwischen denken zu können (Fromm).

Aus dem Widerklang ‚ying und yang‘ geht ein Einklang hervor. Menschen, die mit sich stimmig scheinen, fühlen sich überwiegend auch glücklich. Das liegt daran, weil diese Menschen die Prozesshaftigkeit wahrnehmen, verstehen und danach handeln können.

Menschen im Gleichklang mit sich selbst und der Welt, können sich treiben-lassen, ohne einem Fatalismus zu verfallen. Sie lassen zu, dass sich das Etwas von selbst entfaltet. Das bedeutet sich auf Epikie, Realisierung nach Werten, Alterozentrierung, Toleranz, Geduld, Großmut, Dankbarkeit, Demut, Besonnenheit, Liebe und Vertrauen  einzulassen. Das bewirkt, sich selbst führen zu können. 

  • Können Sie sich einfach absichtslos hingeben?

Meditation, Möglichkeit zum Glück?

Meditation kann ein Weg zum Glück sein. Sie ermöglicht Menschen, in eine andere Bewusstseinsweise zu treten. Diese innere Ausgeglichenheit bewirkt sichere Beherrschung von negativen Emotionen (Niedergeschlagenheit, Ärger, Neid, Hass, Unterlegenheitsgefühl, Unluststimmungen..), das Wichtige aus der Fülle des Unwichtigen zu filtern oder Sehen und Hören lernen (Theory U; Scharmer). 

Glücksregeln

Und jetzt doch Regeln des Glücks? Glück sei ein Teil des Erfolgs, schreibt Victor Frankl. Erfolg ist Bemühen und Glück. Dabei ist Glück etwas Zufälliges, das nicht aktiv bewirkt werden kann. Menschen können sich durch ihr Bemühen bereit machen, dass Ihnen Glück zufällt.

Mit dem Bemühen erhöhen Menschen die Wahrscheinlichkeit des „Glückens“. Damit steigert ein Mensch mit seinen Fähigkeiten, Geschicklichkeit, Übung, Einsatz und Erfahrung die Erfolgschancen und schraubt den Zufall zurück, wie Alfried Längle schreibt. 

Ein echtes Erfolgskonzept ist, sich auf das bemühen und Ausbauen der personalen Kompetenzen zu beschränken, ohne sich vom Erfolg abhängig zu machen.

Am Boden bleiben

Der Philosoph Karl Popper beschreibt sie in seinem Buch „Die offene Gesellschaft und ihre Feinde“: „Von allen politischen Idealen ist der Wunsch, die Menschen glücklich zu machen, vielleicht der gefährlichste. Ein solcher Wunsch führt unvermeidlich zu dem Versuch, anderen Menschen unsere Ordnung ‚höherer‘ Werte aufzuzwingen, um ihnen so die Einsicht in Dinge zu verschaffen, die uns für ihr Glück am wichtigsten zu sein scheinen; also gleichsam zu dem Versuch, ihre Seelen zu retten. Dieser Wunsch führt zu Utopismus und Romantizismus…….“ Popper schließt: „Der Versuch, den Himmel auf Erden zu errichten, erzeugt stets die Hölle.“

Beziehung, ein Glückshormon

Ein kurzer neurobiologischer Blick. Wohlwissend, dass es für den Neurobiologen das Glück als Gefühl in seiner Wissenschaft nicht gibt. Doch auch die Neurobiologen entgeht nicht, das beglückende Gefühl, das man in der Begegnung und Beziehung mit anderen Menschen spüren kann. Dieses Gefühl bewirken die „Glücksstoffe“, die ausgestoßen werden, wenn Mernschen sich begegnen. „Geben sei mehr als Nehmen“, meint Adam Grant. Die Glücksbotenstoffe sind endogene Opioide, Oxytozin, und Dopamin. Für interessierte Leser empfehle ich die guten Darstellungen von Joachim Bauer in dem Buch „Prinzip Menschlichkeit“ oder bei Gerhard Roth.

Dass Bezieihung als Weltbeziehung einen wesentlichen Einfluss für ein glückendes und glückliches Leben beinhaltet, zeigt Hartmut Rosa in seinem Buch ‚Resonanz‘ auf.

Strahlen Sie als Glücksstern für andere!

Kultivierung von Glück im Alltag

Das Glück zeigt sich im ganz normalen Alltag. Vier Menschen fallen mir ein, die meinen Blick geschärft haben: Richard, Walter, eine Ordensschwester, meine Familie und viele viele Menschen……
Ich lernte meinen Blick auf das kleine Unscheinbare zu richten: ein gelbes Huflattichblümchen auf dem Schotterhaufen entlang eines Wanderwegs im Frühjahr, die Farbenpracht der Blüte. Walter, der Senner, verband meinen Blick des Details mit der Ferne, wenn wir vor der Almhütte saßen. Und die Ordensschwester weitete meinen spirituellen Blick. 

Räume der Stille?

Nutzen Sie ruhige Räume. Das kann die Parkbank, die Bank in einer Ausstellung, eine Kirche, das kurze Verharren in einer schönen Erinnerung, ein gemeinsames Essen, eine Kirchen beim Stadtspaziergang.

Viel Glück!

Besser Führen

Führung ist immer mit der Persöhnlichkeit des Menschen, verknüpft. Führen ohne integre Persönlichkeit führt ins Abseits.

Resilienz

Die Welt erscheint zunehmend unkalkulierbar und von unvorhersehbaren Phänomenen bestimmt. Individuen, Gesellschaften und Institutionen werden durchgewürfelt. Sicherheiten sind in komplexen, globalen und digitalen Welt höchst fluid.

Kommunikativ spielen

Ich begegne vielen Menschen, die reden. Sie reden stilistisch und grammatikalisch einwandfrei. Doch erreichen mich nur wenige. Ich höre und fühle nichts. Gespräch als Spiel? Nehmen wir an, ein Gespräch sei eine Weise miteinander zu kommunizieren und das Gespräch sei...

Mut ist ein Schlüsselfaktor

Ohne Mut, können Sie nicht aktiv kommunizieren und spontan agieren. Ein selbstverantwortetes, moralisches und sittliches Leben ist erst möglich, wenn Haltung, Ausstrahlung und klare Ansagen jenseits "biedermeierischem Gedankenfurze" in sozialen Medien gezeigt werden....

Über Kommunikationsstörungen

Das Wissen um Kommunikationsstörungen, vermag Sie vor mancher Ungereimtheit bewahren und ein sinnvolles Miteinander fördern

Mutig denken

Mutig Denken, um in unsicheren und komplexen Zeiten gestalten zu können.

Respekt

Respekt ist ein zwischenmenschlicher Vorgang und bedeutete ursprünglich, „sich gegenseitig auf gleicher Ebene anzublicken.“

Persönlichkeit

Fritz Kraemer sagte: "Character counts, not position and title". Eine integre Persönlichkeit erreicht Unabhängigkeit und Respekt, indem sie einer Ethik der Biophilie folgt. Persönlichkeit Persönlichkeit sei die Gesamtheit von längerfristig bestehenden, stabilen...

Zuhören

„Das aufmerksame Zuhören ist ebenso wichtig wie das klare und verständliche Reden,“ meint Carl Rogers.   Höre ist das Leitwort  der Regeln von Benedikt als Vorsteher eines Klosters im 6. Jahrhundert.  Heute scheint die Besinnung auf den Tipp Benedikts zuzuhören,...

Dialog, um gemeinsam zu denken

Dialog, miteinander Denken, um sich im Gespräch zu begegnen und gemeinsames Verstehen zu fördern. Es ist mehr als nur Informationsvermittlung.

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