Beziehungs-Weise

von | Jan 20, 2022 | Beziehung

Ziel sei, nicht nur mit dem Fisch, dem Seepferdchen oder Fabelwesen ( Bildhintergrund) eine Beziehung weise aufzubauen.

Beziehungs-Weise

Viele Menschen klagen über bestehende oder fehlende Beziehungen. Wieso zeigen Menschen aber eher eine Weise, bei der sie sich voneinander entfernen, statt zusammen zu kommen. Ist das weise?

Beziehungs-Weise, beleuchtet einige Phänomene, die sich zeigen, wenn Menschen sich begegnen und näher kommen wollen.

Lebensweisheit

Ein Freund fragte mich einmal: Wie wäre es,  im Leben zwei Weisen des Seins zu sehen: einerseits lieben und geliebt zu werden, andererseits  Lebensweisheit erkennen und sich dann weise zu begegnen?

Wäre auch beides denkbar?

Wir sind nicht allein

Die Begegnung finde außerhalb der Innerlichkeit des einzelnen Subjekts statt. Dies sei nach Martin Buber ein schmaler Grad: „jenseits des Subjektiven“ und „diesseits des Objektiven“.

  • Wie können wir das menschliche Dazwischen gestalten, um den Raum des Zwischen von Ich und Du zu erspüren?

Dialogik

Dieser Raum des Dazwischen ist umschlossen von beiden Enden: dem Ich und dem Du. Die dialogische Begegnung bzw. Beziehung findet  zwar außerhalb der Innerlichkeit statt, verdichte sich selbst aber zu einem Raum der Innerlichkeit (Byung-Chul Han).

Dieses dialogische Verhältnis macht die Intimität und Geschlossenheit einer Zweierbeziehung deutlich: Zwei Blicke treffen sich sekundenlang, in neugieriger und zuerst bezugsloser Gegenseitigkeit.

  • Wo fände dann ein empfundenes Mitleid bei der Betrachtung des Anderen statt?
  • Was ermöglichte oder öffnete sich mir, wenn die Emotion eher beim Anderen und in meinem Aussen sich ereignete?

Wo das principium individuationalis einen nicht mehr so fesselt, sucht man das Gleichgewicht zwischen sich und dem Anderen herzustellen, versagt sich Genüsse, übernimmt Entbehrungen, um fremde Leiden zu mildern, meinte Schopenhauer.

  • Mitleid und Mitgefühl?

Miteinander

Verbinden wir uns (wieder), denn Menschen sind gut darin, das Zugestoßene gemeinsam durchzustehen. Im Gemeinsamen kann eine positive Energie entstehen, die Größeres und Neues eröffnet, das mehr ist, als seine Einzelteile zu bilden vermögen. Das Leitbild des Miteinander schafft uns Sicherheit, gibt Rückhalt und Zuversicht. Und schaffe so ein überschauendes Bewusstsein, meinte Karl Antons.

Ein guter Weg in die Zukunft führe über Resonanz, Dialoge, Dialektik  und ein lebendes Miteinander.

Nichts stirbt von dem, was wird, sondern seine Teile zerstreuen sich hierhin und dorthin und es zeigt sich eine neue Gestalt.“ Philo von Alexandria etwa um 10 a. bis ca. 40 p.C.

Resonanz

Viele Menschen leben heute in einer Gesellschaft des Wettbewerbs und der Eigeninteressen. Die Folge ist eher ein Gefühl der Entfremdung. Auf der anderen Seite treiben diese Phänomene ein gegenteiliges Bedürfnis voran: die Sehnsucht nach Verbundenheit, Zugehörigkeit und einem Miteinander.

Gemeinsame Schwingungen

Resonanz bedeute, in gemeinsame Schwingung zu kommen. Das gelingt wenn der Individualität eine innere Haltung, eine Denkweise gegenübertritt, die uns verbindet, mit uns und einem anderen Menschen oder einer Gruppe und der sie umgebenden Welt. 

Es geht um Unverfälschtheit, gefühlte Authentizität, Stimmigkeit, ehrliche Herzlichkeit (Freundlichkeit) und Suchen nach menschlicher Nähe. Menschen streben nicht nach funktional gespielten Beziehungen,  wo Menschen sich in einem mechanischen Austausch, wie in einem formalen Verhältnis, befinden. Resonanz gelingt in einer  Umgebung, die emotional ansteckt. Dann vermag ein Moment der Berührung und der Selbstwirksamkeit zu entstehen.

Bereitmachen

Resonanz kann nicht mit Techniken erzwungen werden. Doch können wir durch unser Verhalten in der Begegnung den Anderen einladen, dass Resonanz entsteht. So bewirkt die Begegnung und Beziehung eine gemeinsame Veränderung; gleich ob groß oder klein, in jedem Fall wird die Beziehung lebendig. Wie bei Guitarren, beginnt beim richtigen Ton die andere Saite mitzuschwingen.

So schafft Resonanz eine neue Wirklichkeit, eine Wahrnehmungs-qualität und neue Kommunikationsweise. Diese Vibration vermag die Beziehung(en) zu beleben und transformieren.

Wirklichkeiten

Martin Buber schreibt in seinem Buch ‚Das dialogische Prinzip‘, das Grundwort sei Ich-Du. Doch schon die Wortbeziehung ist zwiefältig. Du und Ich sind zwei Teile einer Ganzheit, die jede zwiefältige Haltung abstreift. Das bedeutet nicht, das Ich aufzugeben, sondern in das Spannungsfeld zu treten, wo Ich und Du oszillieren (s.o.). Eine neue Wirklichkeit wird Leben eingehaucht.

Beziehung sei kein Substantiv, sondern ein Tunwort. Und Wirklichkeit ist keine Seinsweise. Wirklichkeit besteht im Wirken. Und wo der Mensch in Wechselwirkung zwischen Ich und Du wirkt, entsteht die tiefste und kraftvollste Wirklichkeit. Das ist kein sich versenken, sondern als ganzer Mensch dem anderen Menschen und der Gesellschaft in Zwiesprache zu begegnen.

Psycho-Logik

Wir sprachen von Wirklichkeit. Immer wieder übersehen  Menschen, dass  sie sich in der der Psycho-Logik begegnen. Dem steht die semantische Logik gegenüber, die sich um Wahrheit und Realität bemüht. Das bedeutet, innerhalb der Psycho-Logik sprechen Menschen immer von Gewissheiten, jedoch nie von einem objektiven Wissen. Menschen vertauschen diese beiden Bereiche häufig. Die Folge ist meist ein Clash.

  • Wie wollen Menschen auf Augenhöhe in Beziehung treten, wenn beide überzeugt sind, dass jeder Recht  (objektives Wissen) habe? 
  • Was geschähe in einer Beziehung, wenn die sich Begegnenden zuerst die Gewissheiten des jeweils Anderen zu erkennen versuchen?

„Der Glaube, es gebe nur eine Wirklichkeit, ist die gefährlichste Selbsttäuschung“, schrieb Watzlawick.

Aktive Interaktion

Wie soeben gesehen, entsteht diese Wirklichkeit, wenn Menschen sich in einer Beziehung aktiv begegnen (Watzlawick). Menschen interagieren grundsätzlich über Sprache. Ohne Kommunikationskompetenz wird sich Ihnen weder in den Beziehungsräumen Beruf, noch im privatem Raum die Magie einer Beziehung öffnen. Es bleibt meist eine Beziehung der  Subordination und des einseitigen Zusprechens.

  • Wie wirkt sich das auf Begegnungen aus?
  • Was bedeutet das für Menschen, die Menschen führen?

Vom Ich zum Wir

Der Weg vom Ego-Bewusstsein zum Du- und Wir-Bewusstsein durchläuft drei Veränderungsphasen:

  1. eine verbesserte Beziehung zum Du und Wir,
  2. eine verbesserte Beziehung zum jeweiligen gesamten System,
  3. und eine verbesserte Beziehung zu sich selbst.

Randgebiete betreten

Die Praxis zeigt, dass es sich bewährt, Orte aufzusuchen, wo sich die meisten Möglichkeiten zeigen.

  • Von wo sehen Sie die Rand- und Grenzbereiche am besten, wo Austausch stattfindet und das Neue eindringt und das Alte aufhört?

An der Peripherie entzieht sich das Geschehende der Kontrolle des Ich. Sie werden zum Beobachter des Lebens. Die Ereignisse ziehen an Ihnen vorbei. Schauen will gelernt sein, vielen Menschen erschließen sich die Bilder nicht.

  • Was sehen Sie, wenn Sie auf das Dazwischen in ihren Beziehungen und Begegnungen sehen?
Dem Leben öffnen

Sich in Randgebiete zu wagen, bedeutet, den inneren Ort (Ich) von dem aus man blickt, zu verändern. Das gelingt, wenn man das Denken öffnet und den Mut hat im Aussen zu fühlen und sich hinzugeben. Nur wer seinen Blick auf neue Kontextbezüge richtet, erweitert seinen Blick und kann in dem sich öffnenden dialogischen Feld Phänomene wahrnehmen, die in der Rückwirkung das Innere entzündet.  Das ist die Alchimie, die Flamme der echten Begegnung, Die Hingabe, Leidenschaft, Begehren auflodern lässt. Vordergründige Aspekte treten in den Hintergrund. 

Zweier-Beziehung

  • Wann sind Sie jemanden wahrhaft begegnet, weil Sie sich nicht den Risiken verschließen, sondern den Mut finden, sich dem  Anderen zu öffnen?

„In der Zweierbeziehung vermag die wahre Begegnung stattzufinden, wenn Körper und Geist stärker sind, als die Idee von dem anderen Menschen“, meint Charles Pèpin. Unerwartetes kann zufallen. Die Beziehung offenbart die Veränderung der eigenen Weltsicht, indem Sie dem Anderen vertrauen.

Das bedeutet nicht, zu verschmelzen. Verschmelzen ist, sein Selbst aufzugeben. Man gäbe damit das auf, das eine Vergrößerung in der Beziehung bedeutet. „In der Liebe muss man die Zahl Zwei verstehen“, schreibt an anderer Stelle Pépin. Zwei beschreibt die Zweiheit und ist auch im Zwei-fel enthalten. Der Zweifel verweist auf etwas Anderes und Andersartiges, das sich meiner Wirklichkeit (Egozentrik) entzieht.

Diese Andersartigkeit, dieses Neue, diese Unsicherheit bewässert, den eigenen „geheimen Garten“ (Französische Redewendung). Verharrt man nur im eigenen Zimmer, vertrocknet das Innen (den Garten).

Befreiung

Aus der Zweiheit erwächst eine befreiende Kraft, die lebendige Begegnungen generiert. „Cogito, ergo sum“ (Descartes), weist nicht auf den Anderen. Descartes verkennt, dass Menschen einander  brauchen, um selbst zu werden (Martin Buber, Joachim Bauer). Das gelingt, wenn wir handeln und in die Welt treten, den Mut haben, die Maske fallen zu lassen und unsere Vielfalt zeigen.

Abschließend einige Gedanken für einen weise Beziehung

Empathie

Wenn wir Einfühlung in den Anderen zeigen, sind wir ganz im Moment präsent. Unsere Gedanken, Erfahrungen, Vorurteile, (Deutungs-) Haltungen und Wissen kommen zum Stillstand. In diesem Innehalten im Moment vermag Empathie zu entstehen. 

Empathie ist ein Öffnen zum Du hin, die resonante Beziehungen erst ermöglicht (s.o.). Das alte Beziehungsmodell, das Prinzipien und Kontrolle genutzt hat und über die Jahrzehnte gut eintrainiert wurde, weicht einem Modell, das sich auf einer eher horizontalen Ebene bewegt und in den Begegnungspunkten das Wohl der Anderen verinnerlicht. Dieses gemeinsame Bewusstsein von Ich und Du ermöglicht eine fließende und lebendige Beziehungsweise, die anpassungsfähiger und co-empathischer ist.

Empathie bringt ähnlich Sympathie Anerkennung zum Ausdruck. Im ersten Fall ist diese Verbindung eine Begegnung, im Sympathiefall eine Umarmung. Sympathie überwinde Unterschiede durch eine vorgestellte Identifikation. 

Sympathie

Während Empathie auf den Anderen nach dessen Bedingungen eingeht, aktiviert Sympathie als stärkeres Gefühl, „ich fühle deinen Schmerz“  das eigene Ich.  Ich „leide“ mit. Das kann nicht Sinn und Ziel des Lebens sein: Leben ist das gute Leben. Dieses „gute Leben“  ist auf prosoziales Zusammenleben, Gemeinsinn, Fairness und Empathie ausgerichtet und aktiviert genetische Programme und Körpersysteme, das menschliche Gesundheit eher fördert als mindert (biophiles Postulat).

Was wäre ein Zuviel der Beziehung?

Zuhören

Empathie ist die anspruchsvollere Übung des Zuhörens. Der Zuhörer muss aus sich selbst herausgehen und seine Vornahmen aufgeben. Empathie ist eher mit Dialog verbunden. Die Neugier im Dialog ist sicher nicht so befriedigend, doch sie birgt einen eigenen emotionalen Lohn (Richard Sennett).

Buber schrieb: Trotz aller Ähnlichkeit hat jede …Situation,….auch ein neues Gesicht…. Die neue Situation erwartet von dir eine Antwort, die nicht im Vorhinein vorbereitet werden kann. Sie erwarte nichts aus der Vergangenheit, sie erwartet Präsenz, Verantwortung sie erwartet -dich.“

Empathie ist nicht analytisches Verstehen. Beim Zuhören geht es nicht darum, Mitleid zu empfinden (siehe auch Tanja Singer, Matthieu Ricard, Mitgefühl).  Der Mensch verbindet sich nicht mit seinen, sondern mit den Gefühlen des Anderen. Spüre ich eigene Gefühle, habe ich die andere Person verloren (M. Rosenberg). Ihre Aufmerksamkeit ist woanders. Bei Empathie hören wir, was der Andere sagt. Das bedeutet nicht (zwingend) Zustimmung. Das scheint oft verwechselt zu werden. Gerade wenn jemand provozierende Dinge sagt, oder eine andere Meinung äußert. Was dahinter beim anderen fließt, sind Bedürfnisse und Gefühle (Rosenberg).

Sprache der Beziehung

Was sich in der Sprache ausdrückt, können wir nicht durch sie ausdrücken, schrieb Wittgenstein in TLP 4.121).

Das bedeutet, dass bei jeder Äußerung noch Anderes rüber kommt. Gleich, was ihr Beziehungsgegenüber ausdrückt, er hat z.B. nicht nur gesagt: „Ich will zum Schwimmen gehen“. Da ist nicht nur die Aussage, die aus Worten besteht, sondern „mit Schwimmen gehen“ drücken sich noch andere Dinge aus: Freude, Lust, Aktivsein, Sport, Gesundheit….

Milton Erickson Sprache

Milton Erickson wurde für seine Sprache berühmt. Er war im Stande zwei Sprachen zu sprechen. Die eine ist die ganz normale. Er hat beispielsweise gefragt: „Sie kamen gut hierher? Gut, dass Sie hergefunden haben“ usw. Durch unterschiedliche Betonung oder Akzentuierung, gab er den Worten unterschiedliche Bedeutung. So zeigte er uns auf, wie bedeutend die Betonung, Mimik und Gestik sein kann, was Sie innerhalb einer Beziehung sagen. Das ist eine Sprache, die Sie später nicht nochmal sagen können.

LTI

Sprache denkt und dichtet nicht nur für mich, sie lenkt auch mein Gefühl, sie steuert mein ganzes seelisches Wesen, je selbstverständlicher, je unbewusster ich mich ihr überlasse, schrieb Victor Klemperer in LTI.

  • Wird die Sprache aus giftigen, eher trennenden oder Zustände beschreibenden Wörtern gebildet, was geschähe dann mit zwei um Beziehung bemühte Menschen?

Die Worte werden unbemerkt geschluckt, sie scheinen keine Wirkung zu tun und nach einiger Zeit ist die zerstörende Wirkung doch da. Wenn einer sagt, „ich mag Sie“, „wie geht es Ihnen“ oder Erwiderungen mit „aber,…“ verwendet, sind die Wörter meist nicht selbstschöpferisch geprägt. Es sind schon vorher tausendfach in Filmen oder Begegnungen gehörte Worte, die wir unbewusst annahmen.

  • Wie sähe eine Beziehung aus, die auf funktionaler oder ritualisierter Sprache  basiert?
  • Welche Metaphernfinden sich in ihrer Sprache?
  • Welche Bilder fördern Bindungshormone?

    Analog

    Analoge Kommunikation lässt sich oft auch in einer anderen Sprache über Gestik und Sprechausdruck leichter ableiten, als digitale und abstraktere Kommunikation.

    Beispiel: Sagt ein Araber am Telefon „كرسي“, werden Sie wenig damit anfangen können.  كرسي hat wenig كرسي-artiges an sich. Treffen Sie aber den Araber persönlich und er deutet zugleich auf einen Stuhl, ist Ihnen sofort klar, was das Wort bedeutet.

    Es ist die Analogiekommunikation, die durch Betonung und begleitende Körpersprache zum gegenseitigen Verstehen führt. Die analoge Kommunikation verweist auf bestimmte Beziehungsformen zwischen den Beteiligten. Die semantische Bedeutung „Stuhl“, tritt in den Hintergrund: Es scheint jedoch naheliegender, dass Sie den Araber als zuvorkommend und wertschätzend empfinden. 

    Das Schwierige an Aussagen ist, dass analoge Mitteilungen  auch einen „Gegensinn“ in sich tragen. Es gibt Tränen des Schmerzes und der Freude. Das Hinweisen auf den Stuhl kann auch nur ein steife Höflichkeitsform oder der Hinweis: „Hinsetzen!“ sein. 

    Bei allen Bemühungen erinnern Sie immer Montainges Katze: „Wenn ich mit einer Katze spiele – wer weiß wirklich, ob ich nicht mehr ihr zum Zeitvertreib diene als sie mir?“

    Digitale Welt

    Für viele Menschen gehört die digitale Welt zum Alltag, andere empfinden diese immer noch als Fremdkörper. Doch längst sind das Analoge und Dialoge in Beziehung getreten und untrennbar. Kommunikation enthält immer digitale und analoge Elemente. So wächst eine neue soziale Nähe, mit oszillierenden Verbindungen. Diese Vernetzungen führen zu neuer Verbundenheit. „In dieser neuen Gesellschaft ist das Betriebssystem das Internet und führende Kommunikationsmedium. Die Geschwindigkeit des Wandels ruft neue Denkmodelle in sozialer, kultureller und ökonomischer Weise ins Leben“ (Dirk Baecker).

    Diese Möglichkeiten aufzuzeigen und auch kritisch zu hinterfragen, führt zu fluiden Netzwerken, wo sich Menschen auf einer offenen Plattform treffen und sich über den laufenden Austausch neu definieren.

    • Wie wirkt sich auf eine Beziehung KI aus, wenn Sie das oben Erwähnte reflektieren?

    Beziehungsintelligenz

    Beziehungsintelligenz meint die Kompetenz, Beziehungen zum wachsen und blühen zu bringen, zu pflegen und zu leben. Beziehung bedeutet Nähe zuzulassen. Lebenswissen, Neugier, persönliche Haltung, soziale Ebene, Emotion und Temperament sind einige Phänomene, die lebendige Begegnung zulassen, und die ich als Beziehungs-Weise benenne.

    Eine alterozentrierte Haltung ist die Grundlage, wenn Menschen Menschen begegnen. Ohne diese Haltung wird Sprechen immer ein Zu-Reden bleiben. Sie erreichen ihr Gegenüber nicht. 

    Beziehung und Aggression

    Die Aggression des Menschen versetzt ihn in die Lage, Beziehungen gegen Angriffe zu verteidigen und Störungen innerhalb der Beziehung zu regulieren und auch Beziehungen überhaupt einzugehen.

    • Bedeutet Beziehung auch ein Besitzergreifen des anderen Menschen?

    Das Wissen um die Aggression eröffnet Möglichkeiten, das Entstehen schwerwiegender und anhaltender Aggression in Beziehungen zu vermeiden und gegen zu wirken.

    Es gilt immer die Feind-Aggression in Gegner-Aggression zu verwandeln (Rupert Lay, Wie man sich Feinde schafft). Während der Feind besiegen und vernichten will, geht es beim Gegner des Spiels darum zu gewinnen.  Im Begegnungs-Spiel begegnen sich beispielsweise unvorhergesehene Phänomene, Auseinandersetzung, Wertschätzung, Anerkennung und Zuwendung.

    • Was ist ihr Aggressionsverständnis in der Beziehung?

    Werte

    Die Verbindung mit anderen Menschen ist nach Joachim Bauer  bedeutend.  Er führt weiter aus: Eine personale Koppelung mit einem anderen Menschen kann auch -ohne persönliche Bekanntschaft auf einer Wertekopplung basieren. Diese bedarf zwar eines anderen Menschen, dieser muss aber nicht im unmittelbaren Umfeld sein. Werte sind transpersonal. So kann sich der Mensch mit einem Propheten, Guru oder dem Dalai Lama identifizieren. Die Vereehrung einer Persönlichkeit oder „Helden“ bewirkt, dass sich  die psychische und neuronale Pepräsentanz des Selbst mit der verehrten Person überlappt.

    Über die Wertekopplung werden sie zu nahestehenden Personen, auch wenn sie sich nicht persönlich kennen.

    Werte sind grundsätzlich nichtpersonaler Natur und aus Sicht neuronaler Systeme nicht beziehungsfähig. Damit Menschen sich über gemeinsame Werte nahekommen, bedarf es der Bezugnahme auf ein personales Gegenüber oder einer dritten Person, die als Träger verbindender Werte fungiert.

    Eine Frage nach dem, was dem anderen wichtig erscheint, ist immer auch eine Einladung zur Selbstvertiefung. Diese Koppelung zwischen den Beziehungspartnern, kann eine Brücke sein, personale Näherungsprozesse anzustoßen.

    Werte zeigen sich in der zwischenmenschlichen Beziehung. „Gelten solle nicht, was nur aus meiner eigenen Sicht sei, sondern was für alle Menschen akzeptabel sei…“. In Kants kategorischer Imperativ ist implizit der Perspektivenwechsel enthalten.

    Ausblick

    Wenn die angesprochenen Phänomene  anregen, Ihr Beziehungs-Kaleidoskop, zu drehen, um andere Sichtweisen und Gedankenanstöße zu erhalten und weiter zu vertiefen, um ein wenig beziehungs-weise  zu werden, ist mein Ziel erreicht. Ein neuer Ratgeber war nicht beabsichtigt. Viele Bereiche sind noch offen. Vielleicht spreche ich Sie später einmal  an.

    Was erhöht die Wahrscheinlichkeit, eine Beziehung zu erreichen und dies lebendig und „beziehungs-weise“ zu gestalten?

    Kommunikativ spielen

    Ich begegne vielen Menschen, die reden. Sie reden stilistisch und grammatikalisch einwandfrei. Doch erreichen mich nur wenige. Ich höre und fühle nichts. Gespräch als Spiel? Nehmen wir an, ein Gespräch sei eine Weise miteinander zu kommunizieren und das Gespräch sei...

    Über Kommunikationsstörungen

    Das Wissen um Kommunikationsstörungen, vermag Sie vor mancher Ungereimtheit bewahren und ein sinnvolles Miteinander fördern

    Mut ist ein Schlüsselfaktor

    Ohne Mut, können Sie nicht aktiv kommunizieren und spontan agieren. Ein selbstverantwortetes, moralisches und sittliches Leben ist erst möglich, wenn Haltung, Ausstrahlung und klare Ansagen jenseits "biedermeierischem Gedankenfurze" in sozialen Medien gezeigt werden....

    Mutig denken

    Mutig Denken, um in unsicheren und komplexen Zeiten gestalten zu können.

    Resilienz

    Die Welt erscheint zunehmend unkalkulierbar und von unvorhersehbaren Phänomenen bestimmt. Individuen, Gesellschaften und Institutionen werden durchgewürfelt. Sicherheiten sind in komplexen, globalen und digitalen Welt höchst fluid.

    Charisma

    Charisma Zauber, der mitzureissen vermag   Definition: Charisma Charisma sei keine angeborene Gabe, die eine Person entweder besitzt oder eben nicht. Es ist kein Persönlichkeitsmerkmal, sondern eine Eigenschaft. Diese Eigenschaft wird wie der Charakter Menschen...

    Vertrauen

    Glauben-können und Vertrauen sind zwei der vielen Voraussetzungen für ein gelingendes Leben. Menschsein spielt sich im Begegnen mit dem Anderen ab. Der Mensch ist auf Zuwendung hin ausgerichtet, schreibt Joachim Bauer. Sich auf die Begegnungen einlassen zu können,...

    Damit Leben gelingt

    "Wo Licht ist, sei auch Schatten," verkündet eine Volksweisheit. Über Lebenswissen Glückendes Leben bedeute auch, dass der positiv eingestellte Mensch, um seine Unvollkommenheit weiß. Er verliert sich nicht in einer Welt  "rosaroter" Illusionen. Der optimistische...

    Persönlichkeit

    Fritz Kraemer sagte: "Character counts, not position and title". Eine integre Persönlichkeit erreicht Unabhängigkeit und Respekt, indem sie einer Ethik der Biophilie folgt. Persönlichkeit Persönlichkeit sei die Gesamtheit von längerfristig bestehenden, stabilen...

    Fragmente zur Konfliktlösung

    Funktioniert Kommunikation nicht, kommt es zum Konflikt, der wiederum über Kommunikation gelöst wird. Fragmente beleuchten das Thema Konflikt

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