Vertrauen

von | Jan 14, 2021 | Kommunikation

Glaubenkönnen

Glaubenkönnen ist eine der vielen Voraussetzungen für eine gelingende Beziehung. Immer wenn Menschen Menschen begegnen entsteht durch das Oszillieren zwischen Personen und deren Zusammenwirken etwas Neues.  Sich darauf einlassen zu können, setzt Vertrauen bzw. Misstrauen an den jeweils anderen voraus. Nur so ist die Vielfalt der in der Begegnung auftretenden Phänomene zwischen Menschen in den Griff zu bekommen. Wir glauben und vertrauen in die Stimmigkeit des Geglaubten oder im Falle des Misstrauens in die Unstimmigkeit. Beides reduziert die Komplexität. Erklärungen folgen weiter unten.

Wissen

Nahezu alles, was wir zu wissen meinen, ist Wissen, das uns von anderen Menschen mitgeteilt wurde. Deren Wissen ist ebenfalls zum größten Teil geglaubtes Wissen, das sie von Dritten übernahmen. Die Möglichkeit solches Glaubenswissen auf seine Richtigkeit zu überprüfen ist in den meisten Fällen nicht möglich. Menschen leben meist in einer „Wolke des Nichtwissens“. 

Das schließt nicht aus, dass Menschen sich täuschen oder getäuscht wurden. Oft sind sie selbst Getäuschte. Es ist die Frage, ob sie selbst zwischen Wissen (aus eigener Erfahrung) und Glaubenswissen (gewonnen über Fremdkenntnisse) kritisch unterscheiden.

Beispiel

Europa heißt „Abendland“ und umfasst 10,5 Mio km². Es ist der viertgrößte Kontinent auf der Erde (Australien: 10,18 Mio km2). Die natürlichen Grenzen Europas sind: Nordpolarmeer, Atlantischer Ozean, Mittelmeer, Schwarzes Meer, Kaukasus, Kaspisches Meer, Uralfluss, Uralgebirge. Woher weiß das Wikipedia? Die Grenze nach Asien hin, scheint doch recht willkürlich, was sich da Geographen überlegt haben, weshalb heißt es nicht Eurasien, wo die Erdteile doch fest verbunden sind?

Vertrauen in Menschen und Sachen

Vertrauen bezeichnet die feste Überzeugung von Verlässlichkeit und Zuverlässigkeit eines Menschen. Es gibt daneben auch ein Vertrauen in eine Sache. So können Sie in die Fahrtüchtigkeit Ihres Autos vertrauen oder in die Fachkompetenz eines Trainingsinhalts. Von Vertrauen spricht man im täglichen Leben meist in einem moralischen Sinn.

Uns soll das Vertrauen in Menschen interessieren. Es gibt ein Vertrauen in andere Menschen oder das zu sich selbst: das Selbst-Vertrauen. Vertrauen ist weniger ein Charaktermerkmal, denn eine psychische Disposition. Es sei jedoch unbestritten, dass Vertrauen mit charakterlichen Merkmalen verknüpft sein kann. 

Selbstvertrauen

Selbstvertrauen ist ein lebenswichtiges Qualitätsmerkmal, das in ganz unterschiedlichen Formen und Stärkegraden auftreten kann. 

Bodamer („Vertrauen zu sich selbst“) meint, dass Selbstvertrauen, wenn es echt und solid ist, in verschiedenen Erlebnisbereichen fundiert sein muss: Der Vitalität (siehe Virginia Satir), der Seele (einmal Unterscheidbarkeit zum Leib, aber auch als transzendierende und spirituelle Komponente) und dem Geist (Unterscheidbarkeit zum Körper hin). 

Sind die Bereiche Körper, Seele, Geist schwach entwickelt oder deren Gleichgewicht gestört, kommt es zu Erlebnisweisen, die Krisen in der Persönlichkeit und Leiblichkeit aufzeigen können. (Näheres z.B: bei Fromm, Authentisch Leben) 

Für einen „gesunden“ Menschen, ist es wesentlich, das Selbstvertrauen neben der Fach– und Methodenkompetenz laufend weiter zu entwickeln und sich den aktuellen Zustand bewusst zu machen. Je nach Situation kann es unterschiedlich ausgeprägt sein. Etwa wenn Sie in einem Bereich eine hohe Fach- oder Handlungskompetenz aufweisen. Selbstvertrauen bildet sich, wenn ein Mensch seinen eigenen psychischen und physischen Begabungen zureichend traut, aber auch neue Gegebenheiten schafft, wo er vermutet, dass er ihnen gewachsen ist. Ohne Mut und eine natürliche Risikofreude gelingt das nicht (siehe Virginia Satir: Die 5 Freiheiten).

Facetten des Vertrauens

Dabei kann sich das Vertrauen auf verschiedene Facetten beziehen: 

  1. Anvertrauen von Geheimnissen,
  2. Vertrauen auf Fachkompetenz und Begabungen,
  3. Vertrauen, dass ein gegebenes Wort erfüllt wird,
  4. Vertrauen, das annimmt, ein Mensch sei verlässlich, und in seinem Bemühen, einen Auftrag zu erfüllen, standhaft,
  5. Vertrauen, dass persönliche Äußerungen, nicht für die Person verletzend genutzt werden.

Reflektion

  1. Wie sehen Sie sich in den einzelnen Bereichen?

Die Spieltheorie ist ein Zweig der Mathematik, der sich mit der Frage befasst, welche Strategie bei jeweils geltenden Spielregeln zu den besten Ergebnissen führt. Mit ihrer Hilfe lässt sich zeigen, dass Win-Win zu spielen, im eigenen Interesse durchaus rational ist, weil mit anderen Menschen nach dem loose-loose oder loose-win System zu spielen, immer im Verlust endet. Doch spielen immer Menschen miteinander. Kurzfristige Gewinnmaximierungen berücksichtigen kaum die Dynamik systemischer und kybernetischer Strukturen. Die rücksichtslos Spielenden berauben sich selbst ihrer Chance und verprellen die andere Seite. Dennoch zeigen Experimente, dass Menschen eben trotz des Wissens nicht immer rational handeln, denn sie handeln immer auch im psychologischen Kontext: Psycho-logisch.

Vertrauensstrategie

Deshalb ist es wesentlich, sich mit einer persönlichen Vertrauensstrategie auseinander zusetzen. Das bedeutet nicht, auf Kontrollen und Sanktionen zu verzichten, sondern heißt, sowohl im Positiven als auch im Negativen berechenbar und damit zumindest vertrauenswürdig (Definition siehe unten) zu bleiben. 

Es ist immer ein gemeinsames Beziehungsspiel. Denn jede Partei ist auch Teil des gesamten Systems. Verhalten wird honoriert oder anerkannt, das beide Seiten toleriert. Diese „Tit-for-Tat-Strategie“ („Wie Du mir so ich Dir“), ist allerdings nicht im Sinne einer destruktiven und eskalierenden Vergeltungsstrategie zu verstehen, wie sie oftmals im B uzsiness eingesetzt wird, sondern als aktive offene Interaktion (Watzlawick) mit dem anderen. 

Wer nicht mitspielt

Es wird immer Menschen geben, die kein konstruktives Zusammenspiel wünschen oder wollen. Trennen Sie sich von diesen Egoisten, denn sie verlieren längerfristig Zeit, Energie und verschwenden Spielrunden. Es wäre blauäugig zu meinen, dass alle Menschen  fair spielen. Im privaten wie im beruflichen Kontext treffen wir auf Menschen, die Charakter für ein Handicap halten. Deshalb ist es berechtigt, sich mit Strategien auseinander zu setzen, diesen destruktiven Strebungenbegegnen zu können. Wir handeln hier aber über Vertrauen.

Die Kunst, Vertrauen zu erwerben 

Gehen wir davon aus, dass jeder psychisch gesunde Mensch ein Grundvertrauen in sich trägt, dann sollten Fragen sein: 

  1. Was sollte ein Mensch unterlassen, um dem Wachstum von Vertrauen keine unnötigen Hindernisse in den Weg zu legen? 
  2. Wie können Sie Klarheit schaffen, wenn wir davon ausgehen, dass Offenheit Vertrauen fördert? 
  3. Wie stellen Sie Unverzüglichkeit auch bei unangenehmen Themen her?
  4. Wenn Sie Teams betrachten, in die Sie eingebunden sind, wer sind die Vertrauensträger 

Vertrauen fordert Mut

Ein Abenteuer beginnen erst, wenn Sie „in einen steilen Abgrund oder dunklen Wald“ gehen (Komfortzone verlassen). Dieser erste Schritt ist ein Akt des Vertrauens. 

Satir stellte fest, dass für einen kongruenten Menschen eine natürliche Risikofreudigkeit wesentlicher Bestandteil eines aktiven Lebens sei. Vertrauen ist immer auch Vorausleistung, ohne gleich zu wissen, ob es erwidert oder enttäuscht wird. 

Emotionen

Sinnvoll kommunizierende Menschen können auf die emotionale Ebene nicht verzichten. Bedenken Sie, es kommunizieren immer Wesen, mit ihren Sehnsüchten, Bedürfnissen, Erwartungen, Stimmungen und Interessen miteinander. Und diese sind vielfältig.

Sach und Beziehungsebene

Die Trennung von Sachebene und Beziehungsebene stellt an die Stelle von Vertrauen oder Misstrauen ein Prozedere, das die Behandlung der Sache unabhängig vom emotionalen Gehalt der Beziehung zwischen Menschen ermöglicht. Das bedeutet nicht, dass Sie nur funktional und über Informationen kommunizieren. Es ist nahezu unmöglich einen Menschen oder eine Gruppe zu überzeugen, wenn sie sich emotional gegen den Überzeugen-Wollenden oder gegen die Sache sperren. Wie in manchen Verhandlungen oder Verkäufen findet allenfalls ein Überreden statt.

 Sicherlich mögen Sie Techniken verwenden können, um fremdes Verhalten zu eigenem Nutzen (Manipulation) oder zum Nutzen des Beeinflussten (Edukation, Heilung, Thera- pie) zu manipulieren. Doch nicht jede Verwendung einer Technik (Technik– oder Methodenkompetenz) schafft schon eine Vertrauensbasis, die auch Spannungen aushält. Ohne Vertrauen werden Sie keine geeignete Umgebung schaffen, in der die Menschen sich frei einlassen und offen auch Gegenmeinungen darlegen. 

Vertrauen heißt zum wesentlich Grad „Ich glaube Dir“. Vertrauen entsteht mit jeder neuen Mitteilung immer wieder neu. Es ist nicht die zwingende Fortschreibung aus der Vergangenheit. Vertrauen setzt voraus, dass zuerst der personale Unsicherheitsfaktor überbrückt wird. 

Symbole des Vertrauens

Was können Symbole sein,  die Vertrauen fördern? 

  • Verbal
  • Visuell 
  • Emotional 
  • Was wären Rituale des Vertrauens?
  • Wie könnten Generalisierungen oder die Milton Erickson-Sprache vertrauensbildend eingesetzt werden? 
  • Ist Charisma vertrauensbildend? 
  • Wirken Reduzierung der Möglichkeiten (Selektion) vertrauensbildend? 
  • Wie erreicht ein Mensch Berechenbarkeit?
  • Vertrauen sei ein flüchtiges Gut, sagt man. Wie erneuern Sie Vertrauen immer wieder? 

Vertrauen und Kommunikation 

Vertrauen ist möglicherweise das wirksamste Mittel, das es gibt, um ein Kommunikationsziel auf dem kürzesten Weg zu erreichen. Die Sprache vermag Vertrauensbildung beschleunigen.  Bedingung ist, das Gespräch spielt in einem Ethischen Rahmen, die Aussagen von innen getragen und folgen keinem manipulativen Spiel.

Es scheint nun Zeit, sich auch mal die Frage nach dem Vertrauen zu sich selbst zu stellen.

Reflektion

  1. Mir bringt ein Mensch sofort Vertrauen entgegen: 
  • Wie ist es, wenn Ihnen sofort Vertrauen entgegen gebracht wird?
  • Wie war ihre Intonation? 
  • Was haben Sie getan? 
  • Wo war ihr Aufmerksamkeitsfokus?
  • Wann war der Punkt, wo Sie meinten, jetzt vertraut er/sie mir? 

2.   Ich bringe sofort jemanden Vertrauen entgegen: 

  • Wie ist bei Ihnen Vertrauen repräsentiert? 
  • Wenn Sie den zeitlichen Ablauf der Entwicklung eines Vertrauensprozesses bei sich betrachten, was ist der Trigger (Auslöser), der Ihnen sagt: „Jetzt kannst Du vertrauen“? 
  • In welcher Umgebung geschieht das meistens?
  • Gibt es Äußerlichkeiten?

Vertrauensmanagement durch Selbstbindung und Fremdbindung 

Durch diese Art des Management bildet sich eine unterscheidbare Unterneh- mensidentität und die Herstellung von Erwartungssicherheit über das Verhalten einer interaktiven Kommunikation zwischen Partner und Unternehmen. Das ethische Gut Vertrauen gewinnt dadurch die Qualität eines Statusgutes: Vertrauenswürdigkeit. Das beeinflusst die Partnerschaft positiv. Dies begünstigen allerdings nur transparente interne Verfahren und Prozesse der Abläufe und des Wertemanagements. Nur „moralische“ Kommunikation kann das gewährleisten. Siehe auch Commitmentkultur, Metamodell, Dialog. 

Eine Selbstbindung durch Wertemanagement führt durch die Sprache innerhalb der „moralischen“ Kommunikation auch zu Fremdbindung für den sich selbst bindenden Mitarbeiter. Kommunikation des Versprechens löst automatisch eine Leistungsverpflichtung aus (Nachweis: Austin 1992, Grüninger 2001, S.165ff.). Ein oft nicht beachteter Faktor innerhalb der Motivierung von Mitarbeitern. 

Liebe auf den ersten Blick 

Sie treffen jemanden, den Sie nach dem Weg fragen und Sie wissen, dass er den richtigen Weg beschreibt. Und bei einem anderen misstrauen Sie.
Es scheint also nicht nur Liebe auf den ersten Blick zu geben, sondern auch das Ge- genteil. Wir scheinen ein Organ zu haben, dass weiter als die üblichen Sinne reicht, mit dem wir den Menschen als ganzes empfinden. 

Definition Glaubwürdigkeit:
Wird Ihnen geglaubt, hält man Sie für „lieb“, und heißt Sie für gut. Die anderen sehen Sie als in Ihrem Handeln als richtig an. (Das Wort wird fast synonym mit Vertrauen ge- braucht. (Herkunftswörterbuch, Duden) 

Vertrauen und Misstrauen

Wer die Anschaffung eines TV-Geräts überlegt und in ihren Vorteilen und Nachteilen gegeneinander abwägt, sieht normalerweise keinen Anlass, auch die Vor- und Nachteile der Nichtanschaffung eigens miteinander zu vergleichen. Das wäre dieselbe Liste mit umgekehrten Vorzeichen, sagt Niklas Luhmann im Büchlein  Vertrauen. Wäre das nicht ein interessantes Experiment, meint Varga von Kibéd? Ich pflichte dem bei, denn was machen NLPler anders, wenn Sie die Ökologie (wirklich) prüfen? Häufig wird bei der Prüfung lediglich der Raum etwas anders beleuchtet (SM), aber nicht eine wirklich neue Ebene mit einem gänzlich anderen Räumen eröffnet (Tetralemma nach V. Von Kibèd.

Funktionales Äquivalent

Wäre Misstrauen nur fehlendes Vertrauen, würde es sich kaum lohnen. Misstrauen ist jedoch nicht nur das Gegenteil von Vertrauen, sondern als solches zugleich ein funktionales Äquivalent („gleiches Ergebnis, gleiche Auswirkungen, Entsprechungen“) für Vertrauen. Das zeigt sich, wenn man die Funktion von Vertrauen achtet. Vertrauen reduziert soziale Komplexität, „vereinfacht also die Lebensführung durch Übernahme eines Risikos“ (a.o.O.). Das macht Misstrauen ebenfalls und wie sollte es dann funktional betrachtet das Gegenteil sein?

Komplexitätsreduktion

Wer sich weigert zu vertrauen, stellt die Komplexität wieder her bzw. die Unsicherheit wird nicht vom Vertrauen kompensiert. Ein Übermaß an Komplexität überfordert aber den Menschen und macht handlungsunfähig. Wer nicht vertraut, muss daher, um handlungsfähig zu bleiben, auf (funktional äquivalente) Strategien der Reduktion von Komplexität zurückgreifen. Er muss Erwartungen ins Negative überspitzen, muss in manchen Bereichen misstrauisch werden.

Wir wissen, dass negative Strategien wie das Misstrauen emotional zu Anspannung und weiteren körperlichen Phänomenen führen: der Rollenpartner wird zum Feind, man sammelt für Notfälle Kampfstrategien, Verzichtsstrategien, Handlungsoptionen für alle nur denkbaren Worst-Case-Szenarien.

Dabei geht nicht selten das Bewusstsein des Misstrauens verloren und die Reduktionsstrategien werden zu Lebensgewohnheiten und Glaubenssätzen, als Routine verselbstständigt. Misstrauen leistet somit Vereinfachung, oft drastische Vereinfachung. Wer misstraut, braucht mehr Kontrolle und mehr Information. Zugleich reduziert er die Informationsquellen, weil er ja vielem misstraut. Es werden nicht mehr Möglichkeiten und Lösungsräume geschaffen, sondern eher beengt. Nur wer mit Vertrauen und Misstrauen umzugehen weiß, hat die Möglichkeit die verschiedenen Möglichkeiten der Komplexitätsreduziereng nacheinander oder nebeneinander zu gebrauchen.

(weitere Ausführungen: Luhmann: Vertrauen, Kap.10 ff)

Vertrauen als positive Tugend im Werte-Quadrat

  • Greifen Sie auf das Werte-Quadrat (Schulz von Thun) zurück und spielen Sie das Werte-Quadrat durch, indem Sie die Positionen für einen konkreten Sachverhalt ergänzen. Was könnte eine positive Gegentugend zu Vertrauen sein?

Vertrauen nutzen

Vertrauen erweitert die Handlungsmöglichkeiten. Es hilft in neue Bereiche vorzudringen, von denen man zu Beginn nichts versteht. Im Alltag werden Menschen oft unvermittelt mit verschiedenen Sachverhalten konfrontiert. Vertrauen hält uns handlungsfähig. Wer anderen vertrauen kann, kann über sich hinauswachsen. Wenn Ihnen vertraut wird, stärkt diese Zuschreiben ihre Persönlichkeit. Doch wie die meisten Dinge im Leben, gibt es Licht und Schattenseiten. Es seien einige Techniken aufgezählt Vertrauen zu erwerben, doch auch die  innewohnenden Gefahren.

Möglichkeiten nach Matthias Nölte

Große Erwartungen

Idee: Erwartungen formulieren, die den Anderen fordern und ihm etwas abverlangen. Wirkung Höhere Wertschätzung, bessere Ergebnisse.

Geeignet für: Vertrauensakte, die wir in Gang setzen. VA, bei denen es um etwas geht.

Gefahren: Der andere ist überfordert und bringt eingeschränkte Leistung.

Dosiertes Vertrauen

Idee: Menschen in den Bereichen vertrauen, in denen sie es verdient haben.

Geeignet für: Alle Vertrauensverhältnisse.

Gefahren: Durch Fehldosierung Vertrauen enttäuschen.

Die schmutzigen Hände

Idee: Durch Vertrauens Verantwortung für unangenehme Pflichten und erklärungsbedürftige Praktiken.

Geeignet für: Vertrauensverhältnisse, bei denen es darum geht, selbst eine weiße Weste zu behalten (Charismatische Führungsfigur, Vorzeigemitarbeiter

Gefahren: Dritte Seite kann uns für erklärungsbedürftige Praktiken verantwortlich machen.

„Ich verlassen mich ganz auf Sie“-Manöver

Idee: Dem Anderen signalisieren, dass er völliges Vertrauen genießt, um ihn noch stärker in die Pflicht zu nehmen..

Geeignet für: Vorgesetzte, die ihre MA zu guten Leistungen anspornen wollen.

Gefahren: Leicht manipulativ, kann Vertrauen kosten

Kontrolle ist gut

Idee: Vertrauen muss sich bewähren.Verantwortung für Leistung und Bewertung teilen. Leistung des anderen ist zu bewerten und kontrollieren.

Geeignet für: Alle Vertrauensverhältnisse

Gefahren: Fehlurteile, unehrliche Bewertung.

Verständigungsbrücken

Idee: Suche nach dem Verbindenden (Beides im Tetralemmaprozess)

Geeignet für: Alle Vertrauensverhältnisse und „wackelige“

Gefahren: Die andere Seite könnte das ausnutzen.

Backtracking, Kontrollierter Dialog

Schafft Klarheit des Gehörten.

Gefahr: Bei zughäufigem Rückfragen, entsteht der Eindruck entweder ein rhetorisches Spiel zu betreiben oder man schätzt Sie als inkompetent ein.

Kommunikations-Quadrat,

Verschiedene Sichtweisen werden aufgezeigt.

Gefahr: Der Gegenüber wird intellektuell überfordert. 

Satirkategorien

Diese rücken das Zusammenspiel von Körper, Geist und Fühlen in den Fokus und helfen inkongruente Verhaltensweisen zu sehen und zu hinterfragen.

Gefahr: man typisiert

Glaubwürdigkeit

Was sind Kriterien einer Glaubwürdigkeit?

Eine Frage der inneren Synchronizität? 

Wir wissen, dass innere Repräsentationen und Vorstellungen nach außen wirken. Nur wenn inneres Erleben, Affekte und Worte in eine Richtung weisen, empfinden wir einen Menschen als stimmig. Fromm sagt: Denken und Handeln und Fühlen müssen für authentisches Handeln balanciert zusammenspielen. 

Glaubenssätze strahlen aus.

Wir wissen, dass Überzeugungen und Lebensprinzipien nützlich und hilfreich sein können. Sie bestimmen, was Menschen für wirklich halten. Sie sind überwiegend unbewusst. Sie zu erforschen, bringt selbst Bewusstheit und vertrauen in sich selbst. Es ist die Kunst sich selbst zu betrachten.

Was glauben Sie über sich als ………: 

  • Ich bin….
  • Ich bin nicht
  • Ich will… sein…
  • Ich will nicht sein…
  • Ich kann….
  • Ich kann nicht……
  • Ich darf……
  • Ich darf nicht……
  • Ich muss….
  • Ich muss nicht….
  • Ich sollte…..
  • Ich sollte nicht……
  • Ich werde ….
  • Ich werde nicht…..
  • Ich bin stolz auf…..
  • Ich bin nicht stolz auf…
  • Ich mag an mir…..
  • Ich mag nicht an mir…. 

Erweiterung 

Schreiben Sie auf, was ihnen zu den angegebenen Begriffen einfällt.

  • Mein Körper… 
  • Mein Aussehen 
  • Meine Fähigkeiten 
  • Meine Umgebung 
  • Mein Verhalten 
  • Meine Arbeit
    Meine Beziehungen 
  • Meine Gesundheit 
  • Meine Werte 
  • Meine Lebensprinzipien 
  • Meine Vision/Zukunftsbild
  • Meine Ausstrahlung 

Ausstrahlen

Betrachten Sie das Bild des anderen Menschen vor Ihrem inneren Auge. 

1. Wie sieht Gesicht,  die Haare aus?

2.Was spiegelt sich in den Augen und im Mund wider? 

3.Wie ist die Haltung? 

4.Wie bewegt sich der Andere? 

5.Was sagen die Gesten? 

6.Wie ist der Kleidungsstil? 

7.Welches scheinen die Lieblingsfarben zu sein? 

8.Was ist an diesem Menschen faszinierend? 

9.Was macht ihn im Äusserlichen einzigartig? 

10.Welche Überzeugungen strahlt er aus? 

11.Welche Lebenseinstellung wird er auf Grund der sichtbaren Erscheinung haben? 

12.Wirkt es stimmig?

Wichtig ist, was genau dieser Mensch sichtbar macht. Es ist ein höchst persönliches Muster. Doch gerade das ist der Hintergrund, der während der inhaltlichen Kommunikation mit abläuft. Jeder Mensch macht sich ein Bild auf Grund der Ausstrahlung des Anderen. „Dieses Priming“ findet im Unbewussten und in etwa 300 Millisekunden bis zu 1 Sekunde statt. Feedback oder Rückspiegelung vermag zu helfen, den blinden Fleck auch bei einem selbst zu reduzieren. Sie können Bereiche bewusst erweitern und verändern, wie uns die Werbung vor Augen führt. 

Reflektion

  1. Wie können Sie Stimmungen im Raum transportieren? 
  2. Wie viel Glaubwürdigkeit vermittelt die Ausstrahlung? 
  3. Was wirkt davon rein äußerlich „geschauspielert“, wie Fassade und was wirkt eher als originärer Spiegel einer inneren Haltung? 

Die äußere „Haut“ des Körpers, das Sichtbare, ist Teil der Ausstrahlung. Es ist die Brücke zwischen Außen oder Innen. 

Wenn das Außen nicht vom Inneren mitgetragen wird, handelt es sich um eine Fassade. Viele Menschen geistern als Fassaden und Maskenträger durch die Welt. Es ist wie ein zu groß gekaufter oder zu enger Anzug. Der teure Zwirn macht noch keine kultivierte Ausstrahlung aus. 

Die innere Gedankenwelt und die inneren Dialoge sind wesentlich für das Außen. Es wird Ihnen kaum gelingen, einen guten Beobachter längerfristig zu täuschen. Unser bester Beobachter ist das Unbewusste. 

Widersprüchliche Signale führen eher zu Vorsicht und Distanz, als zu Glaubwürdigkeit und Vertrauen in Ihre Person. Da diese Signale meist unbewusst ablaufen, ist eine Synchronisierung von Innen und Außen für die Vertrauenswürdigkeit eines Menschen unabdingbar.

Äußere Ausstrahlung

Wie wollen Sie als Persönlichkeit im Außen wirken? 

Es geht hier einmal bewusst um das äußere Erscheinen. Hier geht es nur auf das äußere Erscheinungsbild ab. „Image-Design“ heißt, ein Bild im Auge des Betrachters entstehen zu lassen. Bei einer stimmig erscheinenden Menschen, ist das Äusserliche der Spiegel des Innen. Varela bemerkt, dass viele Menschen ihren blinden Fleck nicht sehen und deshalb Ihren Erfahrungsschatz im Innen nicht zu nutzen vermögen: Diese Kompetenz umfasst Phänomenologie („Erkenntnisgewinn aus der Erscheinung, dem Sichtbaren“; näheres bei Husserl), Vermögen der psychologischen Selbstbeobachtung und Kenntnis kontemplativer Praktiken (Fähigkeit zur Versenkung).

Wenden wir uns der „Phänomenologie“ zu:

  1. Wählen Sie eine für Sie typische Situation, in der Sie Ihr Erscheinen erweitern und Wirkung zeigen wollen. Wählen Sie die Sequenz des ersten Auftritts beim Zusammentreffen mit einer anderen Person, wenn Sie sagen: „Guten Tag…“
  2. Suchen Sie sich ein Modell, das „Guten Tag“ so sagt, wie Sie sich das  wünschen. Analysieren Sie die wesentlichen äußerlichen Punkte. 
  3. Üben Sie die Haltung, Bewegung, Intonation und Mimik.… Achten Sie nur auf. Die Äußerlichkeiten. Üben Sie, bis Sie sich wohl fühlen und es auch zu Ihnen passt.

Wie ist die emotionale Wirkung?
Fühlt es sich stimmig an? 

Der Ruf

Gedicht von Masnawi, Rumi

„Begib dich auf die Wallfahrt

vom Ich zum Selbst, mein Freund….

Solch eine Wallfahrt verwandelt

die Welt in eine Goldgrube.“

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